Tauffest am Burgteich in Rauischholzhausen_003

"Alice im Wunderbad" - Impulsgebende Dekanatssynode nimmt das Thema "Taufe" in den Blick

Die Dekanatssynode des Ev.-Luth. Dekanats Hof kam am 25. April 2026 im Luthersaal Hof zusammen – unter dem biblischen Leitwort aus dem 1. Korintherbrief über die Einheit im Heiligen Geist. Das Treffen vereinte Impulse aus Theologie, Praxis und Kirchenpolitik, war diesmal aber im Besonderen auch von bewegenden persönlichen Momenten geprägt.

Taufe neu denken

Den theologischen Auftakt setzte nach einer kreativen Andacht mit einer Tauf-Story Bag (Dekan Andreas Müller und Pfrin. Nicola Aller) Dr. Ferenc Herzig mit einem Impulsvortrag zum Thema „Taufe – Geschichte, Gegenwart und eine offene Frage". Herzig war bis 2025 Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig und beschäftigte sich in Forschung und Publikationen intensiv mit Liturgik und Gottesdienst. Seit einem Jahr ist er Geschäftsführer des Calwer Verlags. Sein Vortrag spannte den Bogen von der Taufgeschichte bis zur Gegenwart und hinterließ bewusst offene Fragen im Raum: Wie kann Taufe in der moderne gelebt werden? Welche Identität stiftet das Sakrament für Familien? Wie kann die Verhältnisbestimmung von Bekenntnis- und Kindertaufe unter den Bedingungen der gegenwärtigen Kirche mmer neu bestimmt werden? Die angeregte Diskussion im Anschluss zeigte, wie lebendig das Thema in den Gemeinden ist.

Workshops: Ideen mit Begeisterung

In den Workshops gaben neben theologischen Vertiefungen mit Dr. Herzig noch zwei weitere Referentinnen kreative Impulse mit auf den Weg. Karola Schürrle (Segen.Service Stelle der ELKB) begeisterte mit Ideen rund um das Segensrad und der Vision eines großen Tauffestes – ein Projekt, das Gemeinden zusammenbringen und den Taufgedanken ins Öffentliche tragen soll. Ebenso beeindruckte Dr. Lisa Krengel mit Willkommensangeboten für Babys und der sogenannten Spielkirche: ein lebensgroßes Möbelstück aus Holz, das von allen vier Seiten bespielt und erkundet werden kann und Kindern zwischen zwei und acht Jahren ermöglicht, Kirchenräume, Rituale und Glaubensvollzüge spielerisch zu entdecken – von Taufe über Abendmahl bis hin zu Trauung und Trauer. Das Konzept wurde von Krengel gemeinsam mit Innenarchitektin Caroline Olk nach einem schwedischen Vorbild entwickelt.Die Teilnehmenden verließen die Workshops mit spürbarer Motivation, Neues auszuprobieren.

Wachrüttelnde Worte zur Pflege

Für nachdenkliche Stimmung sorgte Martin Abts eindringliche Rede aus Sicht der Diakonie Hochfranken über den Zustand des Pflegesystems. Die strukturellen Finanzierungslücken und die Situation pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen gaben Stoff zum Nachdenken – und zu Fragen, welche Verantwortung auch die Kirche hier trägt.

Bewegende Abschiede

Zum emotionalen Höhepunkt wurde die Verabschiedung zweier geschätzter Persönlichkeiten aus dem ökumenischen Leben Hofs. Monika Köppel-Meyer wurde nach 47 Jahren ehrenamtlichen Engagements – zuletzt als Landessynodale und langjähriges Mitglied des Präsidiums der Dekanatssynode – herzlich und dankbar verabschiedet (mehr dazu hier).

Auch der Abschied von Pfarrer Stefan Fleischmann hinterließ Spuren. Der leitende Pfarrer des Seelsorgebereichs Hofer Land verlässt Hof zum 1. September und wurde von Erzbischof Herwig Gössl zum Hochschulpfarrer und Leiter der katholischen Hochschulgemeinde in Erlangen berufen. Fleischmann hat die ökumenische Zusammenarbeit in Hof über Jahre hinweg lebendig gehalten – sein Weggang wird als echter Verlust empfunden. Wir wünschen ihm für seinen weiteren Lebens- und Dienstweg Gottes beflügelnden Segen. 

Baby über dem TaufsteinAndreas Müller mit Dr. Ferenc HerzigMonika Köppel-Meyer und Vera LuchscheiderSynodale im Luthersaal