Mit großem Dank für sein reich gesegnetes Wirken nehmen wir Abschied von Dekan i.R. Rudolf Weiß, der im hohen Alter im festen Vertrauen auf seinen Schöpfer verstorben ist. Die Abkürzung „i.R.“ stand im Leben von Rudolf Weiß nie bloß für den wohlverdienten Ruhestand. Sie war für viele Menschen in Hof und weit darüber hinaus ein Versprechen: In Reichweite. Als Brückenbauer, Seelsorger und engagierter Theologe blieb er den Menschen nah – stets bereit zu helfen, wo Not am Mann war, sei es am Altartisch der Gemeinden oder an den Betten der Altenheime.
Über 39 Jahre stand der gebürtige Mittelfranke im aktiven kirchlichen Dienst. Von seinen Anfängen als Gemeindepfarrer in Brunnenreuth und Erlangen über sein Dekansamt in Donauwörth bis hin zu seiner zwölfjährigen Leitung des Dekanatsbezirks Hof (1992–2004) prägte er Kirche mit Weitblick und Herz. Als erster Pfarrer an St. Michaelis, Vertreter des Regionalbischofs, Mitglied der Landessynode und Wegbereiter regionaler Kirchentage verband er Menschen über Grenzen hinweg – zwischen Oberfranken, Sachsen, Thüringen und Westböhmen.
In Hof, das ihm zur geliebten Heimat wurde, fand er nicht nur viel Freude an dem reichen kulturellen Leben der Stadt und der Schönheit der Natur der umliegenden Mittelgebirge, sondern vor allem den Raum für gelebte Gemeinschaft. Seine Dienstzeit und sein Ruhestand waren getragen von dem, was ihm einst bescheinigt wurde: Er hat glaubwürdig und mit eigener Überzeugung die erlösende Kraft des Evangeliums bezeugt. Nun hat Gott, der Herr über Leben und Tod, seinen treuen Knecht heimgerufen. Aus der Reichweite der Menschen ist Rudolf Weiß eingegangen in die geborgene Gegenwart Gottes, auf die wir fest vertrauen.
„Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt und habe dir die Treue gehalten.“
— Jeremia 31,3b
Wir behalten Dekan Rudolf Weiß in dankbarer Erinnerung und befehlen ihn der ewigen Güte unseres Herrn an. Unsere Anteilnahme und unser herzliches Gebet gelten seinen Angehörigen.