Hof. Wenn Musik der Renaissance und des Frühbarocks in Räumen erklingt, die auf das Ewige verweisen, entfaltet sie eine ganz besondere, kontemplative Kraft. Im Rahmen des diesjährigen Kirchenmusikfestivals in Hof laden Stadt- und Dekanatskantor Dr. Ludger Stühlmeyer und Organistin Barbara Schrenk zu einer außergewöhnlichen geistlichen Abendmusik ein. Am kommenden Sonntag, den 20. September 2026, verwandelt sich die Friedhofskapelle Hof ab 16:00 Uhr in ein barockes Klangzentrum.
Das Herzstück des Programms bildet das Zusammenspiel dreier zentraler Klangriesen der Epoche um 1600, die für die historische Aufführungspraxis und den damaligen Basso continuo unentbehrlich waren und heute nur noch selten live zu erleben sind:
- Das Regal: Eine tragbare Zungenorgel mit einem charakteristisch scharfen, schnarrenden Klang, der in der Musikgeschichte traditionell für dramatische Akzente – wie die berühmten Unterweltszenen in Claudio Monteverdis L'Orfeo – eingesetzt wurde.
- Der Zink (Cornetto): Ein faszinierender Hybrid aus Holz- und Blechblasinstrument. Mit seiner enormen Artikulationskraft und seinem strahlenden Timbre kommt er der menschlichen Sopranstimme täuschend nahe.
- Der Chitarrone: Diese monumentale Basslaute besticht durch ihre freischwingenden Bordunsaiten. Ihr resonanter, tiefer und warmer Klang machte sie einst zum idealen Partner des damals neuartigen Monodie- und Operngesangs.
Ergänzt und getragen wird dieses faszinierende Trio durch den majestätischen Klang der Orgel. Dr. Ludger Stühlmeyer und Barbara Schrenk bringen diese Meilensteine der Instrumentenbaukunst im akustisch und atmosphärisch idealen Raum der Friedhofskapelle zum Klingen. Ein Muss für alle Liebhaber Alter Musik und historischer Klangästhetik.