Der „Klima-Pilger-Tag“ des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks Hochfranken am Mittsommer-Sonntag versammelte zwölf Erwachsene und ein Kind. Gemeinsam war allen der Wunsch, das aus der Öffentlichkeit verschwundene Thema „Klimagerechtigkeit“ aufzugreifen. Auf dem Weg von Selbitz bis Hof wurden wegweisende regionale Bürgerprojekte zum Klimaschutz besucht und besprochen – ganz nach der Überschrift des Pilgerweges „ es geht doch.“
Den Anfang machten die „Schwammflur-Vision Selbitz 2040“ und einige der getroffenen Maßnahmen der Wasserhaltung wie die
Veränderung einer Hanglage, die Anlage von Versickerungsbecken und das Auffangen von Regenwasser im Privatgarten. Der städtische Umweltreferent Klaus Schaumberg zeigte die sinnvollen und machbaren Wasser-Projekte. Auch „Our Market“ von Amy Koppe beeindruckte die Pilgergruppe sehr: der Mix aus fairem Handel, regionalen Bio-Textilien und Begegnungscafé müsse noch bekannter werden, so die einhellige Meinung der Teilnehmenden. In der Communität Christusbruderschaft Selbitz bekamen die Wandernden ein vegetarisches Mittagessen und lernten durch Sr. Mirjam Zahn den besonderen Ort kennen: eine Evangelische Ordensgemeinschaft, die fast nur aus Frauen besteht und die an vielen Punkten achtsam mit der Schöpfung umgeht. Sr. Mirjam erläuterte die ökologische Energieerzeugung direkt in der Heizzentrale. Schritt für Schritt ging es dann bis nach Köditz im Austausch über das Erlebte. Einige ließen es sich nicht nehmen, trotz anstrengender Hitze zu Fuß bis Hof St. Lorenz zu pilgern. „Es kann keinen Frieden auf Erden geben ohne Frieden mit der Erde“ – dieses Motto des Ökumenischen Rats der Kirche ließ die Gruppe eigene machbare Schritte besprechen und Pläne fassen. Einer davon ist, diese Aktion im nächsten Jahr fortzusetzen.
Heidi Sprügel, Evangelische Erwachsenenbildung Hochfranken/Hof und Anne Oertel, Kirchenvorstand Hof-Mitte (Text und Fotos).