Frohe Botschaft in der Stadt

Am 6. Sonntag nach Trinitatis, dem 12. Juli 2026, war die Christuskirche Hof Schauplatz eines besonderen Gottesdienstes. Dekan Andreas Müller führte Dirk Müller offiziell in sein neues Ehrenamt als Prädikant ein. Damit verstärkt das Dekanat Hof das Team der ehrenamtlichen Wortverkündiger:innen um ein weiteres engagiertes Mitglied. Pfarrer Martin Müller und die Gemeinde der Christuskirche zeigten sich hocherfreut über diesen Zuwachs und gratulierten Dirk Müller herzlich zu seiner neuen Aufgabe. So waren an diesem Tag drei predigende Müllers in der Christuskirche versammelt - Pfarrer Müller, Prädikant Müller und Dekan Müller. Ein drolliger Zufall!

Für seinen Dienst in den Gemeinden wünschen wir Dirk Müller alles erdenklich Gute und immer Gottes Segen über allem, was er tut.

Was verbirgt sich hinter dem Amt der Prädikantin oder des Prädikanten?

Grundlage ist das reformatorische Prinzip vom Priestertum aller Getauften: Jede Christin und jeder Christ ist dazu berufen, das Evangelium weiterzutragen und im eigenen Umfeld dafür einzustehen. Wer diesen Auftrag öffentlich, also im Rahmen eines Gottesdienstes, wahrnehmen möchte, braucht dafür laut Confessio Augustana Artikel 14 eine „ordnungsgemäße Berufung". Historisch war dies allein ordinierten Pfarrern vorbehalten, seit 1975 auch Pfarrerinnen. Parallel dazu entstand während und nach dem Zweiten Weltkrieg der Dienst der Lektor:innen und Prädikant:innen, der bis heute unverzichtbar dafür ist, Gemeinden lebendig zu halten und die Verkündigung auf viele Schultern zu verteilen. Seit einem Kirchengesetz von 2012 gilt die „Beauftragung zur öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung" als dauerhafte, ordnungsgemäße Berufung. Wer sie innehat, darf im Rahmen der eigenen Dienstordnung vollständige Gottesdienste leiten - Abendmahlsfeiern eingeschlossen.

Der Weg dorthin beginnt mit der Mitgliedschaft in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Grundsätzlich steht die Ausbildung damit allen offen, in der Praxis gilt jedoch das sogenannte Sendungsprinzip: Eine Gemeinde schlägt die Person vor und meldet sie an, während Dekanat und Regionalbischöf:in die Eignung prüfen und der Ausbildung zustimmen müssen. Dieses Verfahren hat einen praktischen Hintergrund, denn die Gemeinde trägt die Ausbildung auch finanziell mit. Ebenso wichtig ist die geistliche Begleitung: Die Gemeinde soll für die auszubildende Person beten, sie im Glauben stützen und den späteren Dienst mittragen. Am Ende entscheiden die Regionalbischöf:innen, ob die bestandene Ausbildung tatsächlich zur Beauftragung führt.

Die Bandbreite derer, die sich für diesen Weg entscheiden, ist groß. Unter den Auszubildenden finden sich Verwaltungsangestellte neben Handwerkern, Ärzt:innen neben Erzieher:innen oder Verkäufer:innen. Diese Vielfalt an Berufs- und Lebenserfahrungen fließt unmittelbar in die Art ein, wie die Ehrenamtlichen später Gottesdienste gestalten - eine Bereicherung, die aus der Praxis kommt und die hauptamtliche Pfarrpersonen so nicht mitbringen können. Zugleich wirkt ihr Engagement über die eigene Tätigkeit hinaus: Es zeigt anderen Gemeindegliedern, dass auch sie mit ihren jeweiligen Gaben zur Gemeinde beitragen können.

Äußerlich erkennbar sind Lektor:innen und Prädikant:innen meist am charakteristischen Talar mit V-Ausschnitt und rotem Kragen. Eine tiefere symbolische Bedeutung hat diese Kleidung nicht - sie dient in erster Linie der Unterscheidung zu ordinierten Pfarrpersonen, während gleichzeitig die liturgische Rolle im Gottesdienst sichtbar bleibt.