Wie Kirche auf das Corona-Virus reagiert

Hof. Zu einem besonnenen Verhalten angesichts des Corona-Virus ruft der bayerische Landesbischof Heinrich Beford-Strohm auf. "Als Christen leben wir nicht aus der Angst, sondern aus dem Vertrauen", schreibt er in einem Brief, der am Sonntag in allen evangelischen Gottesdiensten im Freistaat verlesen wird. Bei allen notwendigen Vorsichtsmaßnahmen wüssten Christen: "Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit." Das sei die beste Voraussetzung, um jetzt das Richtige zu tun, um Gefahren für die Zukunft zu vermeiden.

Nach der staatlichen Anweisung, dass die Kindertagesstätten bis 19. April geschlossen bleiben, bereiten sich die evangelischen Einrichtungen im Dekanat Hof auf Notgruppen vor. "Gegenwärtig wird der Bedarf ermittelt", so Dekan Günter Saalfrank. Das Verbot, Kindergärten zu betreten, gelte nur für Kinder und deren Eltern. Die Mitarbeitenden würden sich am Montag zum Dienst treffen, um weitere Schritte zu besprechen. Gottesdienste werden dem Dekan zufolge weiter angeboten. Allerdings gelte es, auf einen größeren Sitzabstand zu achten. Nach einer Empfehlung der Kirchenleitung sollte auf körperliche Kontakte bei Begrüßung und Verabschiedung verzichtet werden.

Da beim Singen eine mögliche Infektionsgefahr besonders hoch ist, wird - so Saalfrank - geraten, dass Chöre ihre Proben und Konzerte vorläufig bis Ostern absagen. So findet das Konzert der St.Michaelis-Kantorei am Karfreitag in der evangelischen Hauptkirche Hofs nicht statt. Auch das dort am 22. März geplante Orgelkonzert im Rahmen der Heidenreich-Tage wird abgesagt.