Pfarrstellenwechsel: Schwieriger Abschied in Corona-Zeiten

Tauperlitz/Kautendorf. Pfarrer Frank Knausenberger hatte das Dienstende im Hofer Land genau geplant. Am letzten Aprilsonntag vormittags die Konfirmation in Kautendorf und nachmittags die Verabschiedung in Tauperlitz. „Viele Teilnehmer, schöne Begegnungen, sich den Segen Gottes zusprechen, Hände schütteln, Danke sagen für über acht Jahre gemeinsames Leben in Tauperlitz und Kautendorf“, so hatte es sich der Geistliche vorgestellt, der zum 1. Mai auf die Pfarrstelle Sachsen bei Ansbach wechselt.

Doch all das ging wegen des Corona-Virus nicht. Stattdessen ein Abschied im kleinsten Kreis in der Tauperlitzer Erlöserkirche – zu sechst. Dekan Günter Saalfrank entpflichtete den scheidenden Theologen von seinen Aufgaben und dankte ihm für seinen engagierten Dienst. „Er hinterlässt in den Kirchengemeinden Tauperlitz und Kautendorf sowie im Dekanatsbezirk deutliche Spuren“, so Saalfrank. Frank Knausenberger habe durch seine freundliche, integrierende und motivierende Art viel bewegt. Über die Gemeinden hinaus habe er sich unter anderem als Dekanatsjugendpfarrer, Vorsitzender der Evangelischen Allianz Hof und als Mitglied des Dekanatsausschusses engagiert.

Der Theologe bedankte sich für den Abschied in kleinstem Rahmen und kündigte an, wiederzukommen. Wenn es die Situation erlaube, werde er noch die Konfirmation halten und sich bei Allen verabschieden. „Denn einfach so weggehen, wollen wir nicht“, meinte der mit einer Pfarrerin verheiratete zweifache Familienvater. „Dafür haben wir in Tauperlitz und Kautendorf so viel Schönes erlebt und sind zur Familie geworden.“

Nicht nur der Abschied ist für Pfarrer in Corona-Zeiten schwierig. Auch der Anfang in der neuen Gemeinde gestaltet sich nicht einfach. „Ein persönliches Kennenlernen ist fast unmöglich. Weder Kindergarten noch Schule ermöglichen ein Ankommen als Familie. Veranstaltungen dürfen nicht stattfinden“, beschreibt Pfarrer Knausenberger die Lage. Und fügt hinzu: „Ich scharre mit den Füßen, wann ein einigermaßen normales Leben wieder möglich wird.“