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Das Thema des Monats
im
November 2008
Stand:
07.01.2012
„Dass eine christliche Gemeinde Recht und
Macht habe …“ (Martin Luther) |
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Standpunkte:
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Gemeindebund Bayern
wird am 4. Februar 2012 in Nürnberg gegründet. |
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„Dass eine christliche Gemeinde Recht und
Macht habe…“
Mit meinem Referat möchte ich gern die Ortsgemeinden mitsamt ihren
Pfarrern und Pfarrerinnen wie auch ihren Kirchenvorstehern und
Kirchenvorsteherinnen zu einem neuen Selbstbewusstsein ermutigen,
damit sie den permanenten Diffamierungen der Ortsgemeinde
widerstehen können, die sich dann auch handfest in Stellenkürzungen
und verminderten Mittelzuweisungen auswirken. Schlimmer aber als
diese Kürzungen erscheint mir die Resignation, die häufig durch die
Ortsgemeinden schleicht und dazu führt, dass einer nach der anderen
sich zu fragen beginnt: Vielleicht sind wir ja wirklich
„milieuverengt“, „immobil“ und zu wenig „professionell“? Vielleicht
sind wir ja wirklich nur „Amateure“, die mit den Profis nicht
mithalten können!?
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"Nun will auch noch die
Kirche die Dörfer verlassen, will die vor 30 Jahren gemachten Fehler
wiederholen und kommt sich dabei modern vor. Es ist aber nicht
modern, wenn jetzt jede einzelne Gemeinde ihre Existenzberechtigung
nachweisen muss. Wenn irgend jemand in der Kirche keines Nachweises
seiner Existenzberechtigung bedarf, dann ist das die Gemeinde. Und
wer zu beweisen hat, dass seine Existenz für die Kirche unbedingt
nötig ist, das sind Regionalbischöfe, Bischöfe, Landeskirchenämter
und Stabsstellen für Öffentlichkeitsarbeit. Die Urkirche hat sich
aus Gemeinden entwickelt und ist bestens ausgekommen ohne all diese
Häuptlinge und Wasserkopf-Bürokratien. Die Kirche kann auf
Landeskirchenämter und Stabsstellen für Öffentlichkeitsarbeit und
auf vieles andere verzichten, aber nicht auf Gemeinden.“ (S.11)
Wer Kirche als eine
Nonprofit-Organisation unter anderen begreift und sie auf den
Marktplatz schubst, verlässt den Boden des Evangeliums, degradiert
dieses zur Ware, und macht sich gemein mit jenen obskuren
Weltanschauungshändlern, die sich auf diesem Markt herumtreiben.
Kirchenleitungen, welche die Existenz der Kirche dadurch sichern
wollen, dass sie ihre Kirche als Nützlichkeits-Organisation
etablieren, als Service- und Sinnvermittlungsagentur, als
Unternehmen, dessen Wert in ihrer Funktionalität für einzelne,
Gemeinschaften und Staaten liegt, ziehen den Karren nicht aus dem
Dreck, sondern fahren ihn noch tiefer hinein. Bischöfe, die den
Leuten weismachen wollen, eine Mitgliedschaft in der Kirche rechne
sich, zahle sich aus, müssen vergessen haben, dass der Lohn des
Christen das Kreuz ist, dass es nicht um Logos geht, sondern um den
Logos. (S. 6f.) "Gegen zentrale Kirchenstrukturen wandte sich auch der Vorsitzende des Grundfragenausschusses, der Neuendettelsauer Theologieprofessor Wolfgang Stegemann. An der Basis gebe es ein beeindruckendes Maß an Engagement und Kreativität, das unterstützt werden müsse. Das Gegenüber von Kirchenleitung und Kirchenvolk bezeichnete Stegemann als überholte Sicht. "Wir brauchen eine Beteiligungskirche, keine Servicekirche", sagte er." (Frühjahrssynode der ELKB 2007 in Ansbach) |
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Grundsätzliches zur
Visitation/ Von Dekan Dr. Gerhard Schoenauer |
"Einerseits haben die
Gemeinden ein Recht auf Visitation. Sie haben ein Recht darauf, von
der Kirchenleitung besucht, gefördert und gestärkt zu werden.
Andererseits hat die Kirchenleitung die Pflicht, die Gemeinden zu
visitieren. Sie hat die Pflicht ihr kirchenleitendes Handeln von dem
leiten zu lassen, was in den Gemeinden geschieht und was die
Gemeinden im Innersten berührt. Weil die Visitation einen
unschätzbaren Wert für die innere und äußere Stärkung der Kirche
hat, genießt sie zu Recht Verfassungsrang."
"Die Gemeindevisitation dient der Verkündigung des Evangeliums. Sie ist das bedeutsamste Instrument, eine Kirche zu leiten und ihr Gestalt zu geben. Sie fördert den Austausch zwischen der Landeskirche und Ortsgemeinden sine vi humana sed verbo. Darum gilt: Je mehr Visitation, desto weniger Hierarchie." |
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Von der
Betreuungskirche zur
Beteiligungskirche/ Von Dr. Martin Hoffmann |
"Den biblischen Maßstab,
den Luther zur Geltung bringt, findet Luther in Jesu Wort aus
Joh.10, 27: „Meine Schafe kennen meine Stimme“ Daraus folgert er:
„Hier siehst du ganz klar, wer das Recht hat, über die Lehre zu
urteilen: Bischof, Papst, Gelehrte und jedermann hat die Vollmacht
zu lehren, aber die Schafe sollen urteilen, ob sie die Stimme
Christi oder die Stimme der Fremden lehren.“ Im Hören der
versammelten Gemeinde kommt für Luther heraus, was Stimme Christi
oder Stimme eines Fremden ist. Die hör- weil urteilsfähige Gemeinde
ist die eigentliche Basis einer reformatorisch gereinigten und vom
Kopf auf die Beine gestellte Kirche." (Christian Möller) |
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Hintergründe und Links
Presse
Literatur/ Aufsätze/ mehr zum Thema Predigt
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"Die große Alternative,
die auf dem Markt heute zu melden ist, steht im Widerspruch zu
allem, was der Markt andauernd behauptet. Die Bedürfnisse, die dort
proklamiert werden, suggerieren: Wir brauchen mehr Geld, mehr
Gesundheit, mehr Arbeit, mehr Spaß. Dagegen setzt das Evangelium die
menschenfreundliche Botschaft, die gerade im Zeitalter der
Globalisierung lebenswichtig ist: Ihr braucht mehr Kraft, mehr Mut,
mehr Geduld, mehr Freiheit. Lasst euch euer Leben durch die
Veränderungen auf dem Markt nicht verderben, sondern lebt in der
Freiheit der Kinder Gottes – durch den Frieden mit Gott!" (Manfred Josuttis)
Kontakt zum Initiativkreis
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| "Denn (ich) weiß es wohl und habe es auch wohl erfahren, dass die Gesetze, wenn sie zu früh und vor der Gewohnheit und der Übung festgesetzt werden, selten gut geraten. Die Leute sind nicht für das befähigt, was diejenigen für richtig halten, die am grünen Tisch sitzen und mit Worten und Gedanken sich ausmalen, wie es gehen sollte. Vorschreiben und Befolgen ist weit auseinander." (Martin Luther, WA Br 4, 157f. Nr. 1071). |
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