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Mission - noch ein Thema der Kirche?!
Vorwort von Johannes Taig (Webmaster)
Wer das Wort
Mission hört, denkt zunächst an ferne Länder. Dabei ist Deutschland selbst zum
Missionsland geworden, auch wenn noch knapp zwei Drittel der Bevölkerung einer
christlichen Kirche angehören. In der EKD-Schrift
"Das Evangelium unter die Leute bringen" aus
dem Jahr 2001 heißt es:
"Auch hierzulande kann man angesichts der Hochkonjunktur von
außerkirchlicher Religiosität wie New Age, Zenbuddhismus, Astrologie und manchen
Psycho-Techniken die These hören, es gäbe einen Religions-Boom. Der Dalai Lama
erfreut sich höchsten Ansehens. Immer wieder entstehen neue religiöse und
quasi-religiöse Bewegungen. Man muss aber genauer hinsehen. Die Zahlen sprechen
nämlich zunächst eine andere Sprache. Denn in den 70er Jahren des vorigen
Jahrhunderts, als die neuen religiösen Bewegungen einen besonderen Aufschwung
nahmen, verloren die großen Kirchen in Westdeutschland durch Kirchenaustritte
etwa zwei Millionen Mitglieder. Die Zahl der Mitglieder in neuen religiösen
Bewegungen dagegen belief sich bei großzügiger Schätzung am Ende dieses
Zeitraums auf nicht mehr als 30.000, das sind nicht einmal 2 % derer, die den
Kirchen verloren gingen. Die neue Religiosität ist also frei schwebend. Sie
entwickelt keine gemeinschaftlichen Bindekräfte. Aber sie dringt in die Köpfe
und Seelen der Menschen ein. Geraten diese in eine persönliche Krise, wird die
Bereitschaft groß, sich einer Sekte oder Weltanschauungsgruppe anzuschließen."
Die berühmte Reporterfrage nach dem Versagen der Kirche angesichts hoher
Austrittszahlen muss sich die Kirche gefallen lassen. Sie darf aber auch auf die
Tendenz zur Entsolidarisierung innerhalb der Gesellschaft, die von manchen
Eliten in Politik und Wirtschaft ausgeht, hinweisen, wie sie Bundespräsident
Johannes Rau in seiner
letzten Berliner Rede
beschrieben hat. Untersuchungen zur Religiosität in den USA zeigen: "Gerade
der religiös aktive Amerikaner (wählt) in der Regel seine Denomination und damit
die ihm persönlich genehme Doktrin selbst und zwar mitunter nach Maßgabe ganz
rationaler Interessen. Eine wirklich religiöse Haltung oder gar Entscheidung ist
damit nicht (mehr) verbunden." (Richard Ziegert,
Die EKD-Kirchen angesichts der Globalisierung)
Landesbischof Johannes Friedrich gibt zu bedenken:
"Wichtig wäre mir, dass sich Kirchengemeinden einmal mit der Frage beschäftigen,
weshalb sie Menschen eigentlich nicht erreichen. Vielleicht hat eine Gemeinde
ein zu einseitiges Profil. Oder ihr Profil ist nicht klar erkennbar. Solche
Gemeinden müssen unterschiedliche Strategien entwickeln. Es macht keinen Sinn,
wenn eine pietistische Gemeinde mit Zeltevangelisationen immer wieder dieselbe
Gruppe anspricht, die sie eh schon hat. Es macht umgekehrt keinen Sinn, wenn
eine sehr weltliche Gemeinde mit sehr weltlichen Aktionen auf sich aufmerksam
machen will. Diese müsste wohl eher etwas zu ihrer schärferen Profilierung tun."
(aaO.) Insgesamt wird man sagen können: In einer Gesellschaft, in der
Gemeinschaft mehr und mehr zerfällt, wird beispielhaft gelebte Gemeinschaft auch
ein überzeugendes Zeugnis für das Evangelium sein.
Die großen Kirchen haben aus der Kolonialzeit Europas gelernt,
dass Mission, die mit Kulturzerstörung, Ausbeutung und Polarisierung einhergeht,
die Botschaft des Evangeliums selbst desavouiert. Daher vollzieht sich ihre
Mission nicht ohne Kultur-, Friedens-, und Entwicklungshilfe. Dies schlägt sich
auch in den
Grundsätzen des Missionswerkes in Bayern
nieder. Evangelikal oder fundamentalistisch orientierte Missionswerke, die vor
allem aus dem nordamerikanischen Raum kommen, scheinen diese Lektionen in den
Wind zu schlagen, wie die unten stehenden Artikel belegen.
Pfr. Schwarz zeigt in seinen "Philippinischen Impressionen",
wie Mission zur gegenseitigen Bereicherung führen kann und sei zur aufmerksamen
Lektüre wärmstens empfohlen. |
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Missionsbeauftragte des Dekanats Hof

Pfrin. Susanne Hofmann
Joditzer Weg 42
95030 Hof
Tel. (0 92 81) 753 22 28
Mail |
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Philippinische Impressionen
Von Pfr. Alois Schwarz,
Tauperlitz
„... ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch
kommen wird und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und bis
an das Ende der Erde“ (Apostelgeschichte 1,8).
Meine Zeilen stehen ganz unter den Eindrücken meiner
zweiwöchigen Philippinenreise, von der ich am 10. Mai 2004
zurückkam. Das Land befand sich gerade in seiner
heißen Phase des Wahlkampfes, der am 10. Mai mit der Wahl abschloss und 20 Tote
zu beklagen hatte. Ein aufrührerisches, anarchistisches Land. Die Zukunft sieht
nicht gut aus, so die Meinung der Experten. Zählte das Land vor 40 Jahren etwa
35 Millionen Einwohner, so muss es heute 84 Millionen Menschen ernähren.
Statistiker rechnen mit einer Bevölkerung von 160 Millionen in weniger als 30
Jahren, wenn die Geburtenrate weiter so anhält. Ein junges Land! In öffentlichen
Verkehrsmitteln, Geschäften, auf den Märkten, Feldern, in den Büros und in den
Kirchen, prägen hauptsächlich junge Leute das Bild. „Das was bei Euch fehlt ist
bei uns üppig vorhanden“, sagte mir ein Freund. Er meinte die Jungen.
Die ersten Tage verbringe ich an der Rizal Universität, in einer Stadt zwei
Stunden Autofahrt von Manila entfernt. Hier werden Landwirte ausgebildet. Seit
einer Woche befinden sich 150 Bläser auf dem Campus zu einer Fortbildung, die
von der renommierten Kirchlichen Hochschule für Musik „The Asian Institute of
Liturgics and Music“, mit Sitz in Manila, durchgeführt wird. Weit weg vom Trubel
der Großstadt, mit ihren Wahlkampfparolen und Gewaltausbrüchen, musizieren junge
Christen, lauschen gespannt den Bibelarbeiten und verschiedenen Vorträgen, und
verbreiten eine hoffnungsstarke Zuversicht. In der Mensa treffe ich Studenten
der Universität. Jose, im letzten Semester, mietet ca. 7 km von Rizal ein
kleines Zimmer bei einem Bauern. Er zahlt keine Miete, hilft dafür dem Bauern
bei der Feldarbeit. Täglich macht er sich auf den Weg, zu Fuß und das seit drei
Jahren und bei jedem Wetter. Man sieht es an seinen Sandalen und an seiner
Kleidung. Sonne, Wind und Regen haben Spuren hinterlassen. „Wie machst du das
bloß?“ frage ich. „Das ist unser Leben“, meint er und lächelt, nimmt seine Bibel
und verabschiedet sich freundlich. „Ich halte in unserem Dorf die Bibelarbeit
und möchte mich vorbereiten.“ Er ist Student und zugleich Missionar, leitet
einen Hausbibelkreis und unterrichtet Dorfbauern im Lesen, Schreiben und Rechnen
damit sie von den Reisaufkäufern nicht mehr übers Ohr gehauen werden können. Am
nächsten Tag treffe ich Sebastian B aus Hessen. Er ist Austauschstudent, will
Tropenlandwirt werden. Wir kommen ins Gespräch. „Ich begreife nicht wie die das
aushalten. Der Druck ist gewaltig und das bei dem Klima. Ich bin froh wenn das
Semester vorbei ist.“ Nebenbei erfahre ich, dass er zur Studentengemeinde stieß
und da gute Freunde hat. Er hofft, in Deutschland einen ähnlichen Kreis zu
finden. Ich wünsche ihm alles Gute und unsere Wege trennen sich.
Freitag, 16.00 Uhr. Ich fahre mit dem Bus nach Baguio. Auf schlechten Straßen
schleppt sich der übervolle Bus von der Küste in die Bergregion. Sieben Stunden
dauert die Fahrt. Sie wird zu einer Tortur. Neben mir sitzt ein junger Mann, den
ich im Laufe der Fahrt kennen lerne und dessen Namen ich erfahre. Reynaldo hört
Musik. Er lauscht einer CD und scheint die Welt um sich zu vergessen. Mein Blick
fällt auf das Cover der CD. Es scheint christliche Musik
zu sein, aufgrund von Symbolen und Bibelzitaten. Wir kommen ins Gespräch.
Reynaldo ist Chef der Band „The Way“ und auf dem Weg zu einem Konzert in den
Bergen. Er erzählt mir seine Geschichte, viel Abgrund viel
zuviel Negatives. Doch dann hörte er ein Lied aus dem Dunkel einer
Slumgegend in Manila. Es packte ihn, ließ ihn nicht mehr los, es handelte von
Jesus, von Heilung, von einem Ausweg. Wirf dich nicht weg, Jesus schenkt dir
neues Leben, lautete der Refrain. Und er sagt: „So wie sich Jesus Paulus in den
Weg gestellt hat, als er auf dem Weg nach Damaskus war, so hat er sich mir in
den Weg gestellt auf meinem Weg zu einer kriminellen Tat in Manila.“ Seit
einigen Jahren komponiert er Lieder, singt für Jesus, hat geheiratet und und ist
stolzer Vater von zwei Kindern. Seine Eltern staunen nur noch, seine alten
Freunde können es nicht glauben und der Gefängniswärter, der, wenn er betrunken
war, ihn im Gefängnis so furchtbar zurichtete, ist jetzt sein treuester Fan. Zu
schnell verging die Zeit in dem Bus. Ich hätte ihm noch Stunden zuhören können.
Mittwoch, am frühen Nachmittag, 35 grad im Schatten. Ich bin zu Gast im German
Sunset Beach Resort. Jan, der Eigentümer ist Bremer. Er lebt seit 15 Jahren in
den Philippinen. Ich sitze im Garten, blicke aufs Meer. Orchideen, Kokospalmen,
Mangobäume, eine tropische Idylle dazu der Klang der Wellen von der „South China
Sea“. Endlich kann ich mich erholen von der Hektik der letzten Tage. Plötzlich
höre ich eine laute Stimme. Ein Gast schimpft: „Die Leute hier müssten endlich
mal das arbeiten lernen. Vor 10 Minuten habe ich ein Bier bestellt, schaun sie
wie langsam die sich bewegt. Da kann ja aus diesem Land nichts werden.“ Ich gehe
nicht darauf ein. Nachdem er sein Bier hatte und Ruhe einkehrte, fragte er mich,
was ich denn mache und ob ich hier meinen Urlaub verbringe? Ich beantwortete
seine Frage. Aber mit Kirche und mit dem ganzen „Gerede von Glauben“ wollte er
nichts zu tun haben. Ich wünschte ihm einen erholsamen Urlaub, aber im Grunde
genommen bedauerte ich, dass diese Begegnung so geendet hatte. Am Abend
besuchten mich meine ehemaligen Studenten vom nahe gelegenen Concordia College.
Mike und Ronda hatten ihre Gitarren dabei. Wir saßen an der Beach, sangen
christliche Lieder und hielten eine kurze Andacht und dann gab es viel zu
erzählen und zu lachen. Dabei bemerkten wir nicht, dass sich zehn Meter entfernt
ein Gast niederließ und uns zuhörte. Es war der Mann mit dem Bier. Als meine
Freunde gingen kamen wir ins Gespräch. Er war entspannt. Seine schlechte Laune
und seine Vorurteile vom Nachmittag waren verschwunden. Die Lieder und die
Fröhlichkeit hätten es ihm angetan. Wir führen ein langes Gespräch. Zum Schluss
sagt er: „Ich möchte zuhause wieder mal in die Kirche
gehen, dieser Abend ist ja so interessant gewesen.“
Wir haben Ende Mai Pfingsten gefeiert. Die Jünger erlebten das Pfingstwunder als
ein „Event“ mit unfassbaren Auswirkungen bis in unsere Zeit hinein. Jose,
Reynaldo, Mike und Ronda haben das Wirken des Heiligen Geistes in ihrem eigenen
Leben erfahren und sie sagen weiter was sie erlebt haben. So wachsen die
Gemeinde und die Gerechtigkeit nicht nur in einem Reisbauerndorf irgendwo auf
den Philippinen, oder in den Slums Manilas, in einem Gefängnis, oder in der
kleinen Landgemeinde in San Juan, am Strande, sondern auch in Deutschland.
Sebastian aus Hessen und der Mann mit dem Bier sind nachdenklich und suchend
geworden. In ihren Begegnungen und Gesprächen auf den krisengebeutelten, armen
Philippinen haben sie die Bedeutung des obigen Bibelwortes erfahren.
(Pfr. Schwarz war viele Jahre Lehrer an einem christlichen
College auf den Philippinen) |
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Pfr. Alois Schwarz war bis Mai 2009
Missionsbeauftragter im Dekanat Hof
Kontakt:
Hallgasse 6,
86720 Nördlingen
Mail
Partnerschaft mit den Philippinen
Die Evangelische Kirchengemeinde
unterstützt die Arbeit der Lutherischen Kirche auf den Philippinen. Seit Juni
2005 besteht eine Partnerschaft mit der Kirche in Nord Luzon, die von Bischof
Marvin Paas geleitet wird. Von September 2003 bis Dezember 2005 erhielten wir
2.467 € an Spenden, die ihrem Verwendungszweck zugeführt werden konnten. Allen
Geberinnen und Gebern sei an dieser Stelle unser Dank gesagt.
Für die Jahre 2006 und 2007 wollen wir die Gemeindearbeit in Gebet und mit Gaben
unterstützen.
- Kindergottesdienstarbeit der
Landgemeinden in Nord Luzon
- Seminare, workshops und
Rüstzeiten für kirchliche Mitarbeiter.
- Stipendien für zwei
Studenten am Asian Institute of Liturgy and Music, Manila.
Rundbriefe können bei
Pfarrer Schwarz bestellt werden.
Er ist bereit in Gemeinden über die Philippinen zu berichten.
Kontakt:
Pfr. Alois Schwarz
Eichenweg 27
95182
Tauperlitz
Tel. (0 92 81) 4
49 83
Mail:
aloanoir@yahoo.com
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