Die EKD-Kirchen angesichts der Globalisierung
VON DR. RICHARD ZIEGERT
(Landeskirchlicher Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Ev.
Kirche der Pfalz.)
»Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden unter dem Einfluss des
technischen und ökonomischen Wandels die Konturen einer Weltgesellschaft
immer deutlicher ... Dies gilt für die Religion genauso wie für den
ökonomischen und technischen Bereich ... Einzelne Strömungen wetteifern
um die Vorherrschaft ... Zwischen und in den Religionen findet ein
Konzentrationsprozess statt, an dessen Ende sich mit großer
Wahrscheinlichkeit religiöse Monopole und Oligopole befinden werden, die
den religiösen ›Weltmarkt‹ kontrollieren ... Auch innerhalb des
Protestantismus ist eine solche Entwicklung zu beobachten«1.
I. Die religiösen
Dimensionen
der Kulturfrage im Kontext der Globalisierung
Die für unsere Kirche damit unausweichliche Frage nach unserer
»Corporate Identity« betrifft nicht zuerst das Feld, »wie wir mit dem
neuen selbstsicheren, aber existenziell tief verunsicherten Typus von
Mensch, den unsere Wohlstandsgesellschaft am Ende ihrer politischen
Unmündigkeit als Produkt vorzuweisen hat, seelsorgerlich umgehen«2.
Die entscheidende Frage wird sein, wie wir das mit der Globalisierung
verbundene Kulturproblem insgesamt angehen, das u.a. heißt:
Entdemokratisierung, Wachstumszwang, Gewinnorientierung, Orientierung an
Kundenbedürfnissen. Alles Ausweichen vor dem Blick auf die neuen
Realitäten hängt viel weniger an der von allen »Apparaten« gerne in Kauf
genommenen, mit der Globalisierung in unerhörter Wucht verbundenen
Entdemokratisierung3, sondern daran, dass das Ergebnis der
kirchlichen Neuaufstellung in seinen Strapazen vorausgeahnt wird: Quer
zur katholisch/evangelischen Grunddifferenz wird die Erarbeitung einer
heute gültigen christlich-religiösen Wirklichkeitsauffassung angesichts
der Globalisierung und ihrer Akteure soziopolitische
Ordnungsvorstellungen und eine neue kirchliche Fasson begründen, die
nach dem Ostkirchenschisma und der Reformation praktisch auf eine neue,
dritte Spaltung des Christentums hinauslaufen: »Der neue Graben, der
sich quer durch das Christentum zieht, bringt nicht nur grundsätzliche
theologische Unterschiede, sondern auch einen tief verwurzelten
Kulturkonflikt zum Ausdruck, dessen Ursachen im Modernisierungsprozess
selbst liegen«4. Seine Bruchlinien markieren
grundverschiedene Wahrheitsverständnisse und die Kulturdifferenz in der
Auffassung von gesellschaftlicher Ordnung zwischen Mitteleuropa und den
USA.
Alle heute groß gewordenen neuen religiösen Bewegungen verdanken ihren
Erfolg der seit ca. 1970 zu beobachtenden Verlagerung säkularer
Ideologie und Heilskonzepte in verschiedenste religiöse Formen. Kultur
wird auch bei uns seitdem in einem neuen, umfassenden Sinn immer stärker
religiös aufgeladen, weil es dafür wachsende Bedürfnislagen gibt und
weil diese von außen zielgerichtet angestachelt und dann auch
wirtschaftlich und ideologisch ausgebeutet werden. Nie spricht das
höchstens 200 Aktive umfassende, in allen Projekten wechselseitig
auftauchende und untereinander hochgradig vernetzte evangelikale
Personengeflecht in Deutschland dabei von Modernisierung der Religion.
»Wenn das Wort Erneuerung überhaupt noch fällt, so ist immer die
Erneuerung der Gesellschaft gemeint«5. Was den religiösen
Kern der neuen Aktionismen dieses religionspolitischen Konsortiums
betrifft, ist nur Regression zu erkennen: Ein subtil gewaltbereiter
christlich-religiöser Atavismus, der freilich mit modernsten Mitteln die
Verlagerung des Engagements auf alle Felder der Kultur betreibt und die
Steuerungsgewalt über die moderne Gesellschaft gewinnen will:
Jugendbildung, Schule, Universitäten und Religionspolitik, Medien und
Sozialpolitik werden mit einem radikalpolitischen Engagement überzogen,
das von einer zutiefst autoritären, in ihrem Sinn »pneumatokratischen«6,
nicht mehr entfernt demokratischen Vorstellung von »reiner« Gesellschaft
bestimmt ist.
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II. Die globale Expansion
der US-Religionswirtschaft
Spätestens seit 1945 gilt: »Wir stehen vor einem gewaltigen Umbruch. Ob
wir es wollen oder nicht: Die Welt geht in einem rasanten Tempo einer
Neugestaltung entgegen. Wir sind auf dem Weg zu einer
Einheitszivilisation und einer Einheitskultur. Morgen werden sich die
Menschen in ihrem Gehabe und in ihren Lebensgewohnheiten in Berlin,
Washington, Tokio, Peking, Montreal und Sydney kaum noch wesentlich
unterscheiden. Und kein Land, keine Stadt, kein Dorf, sei es auch das
entlegenste, kann sich der unwiderstehlichen Gewalt dieser Umformung
entziehen«7. Die so 1948 vom Münsteraner Bischof klar
gesehenen Entwicklungen begreifen die neue globale Dimension des
»Marktes«, der im Blick auf die neue Weltmächtigkeit der USA als
»natürliches, überhistorisches sowie zugleich moralisch gutes Prinzip
verstanden wird, weil er allein der utilitaristischen Psychologie von
individueller Glücksmaximierung angemessen ist«8. Das
Ergebnis des Zweiten Weltkriegs lässt die Logik der mit Amerikas
überlegener Kriegsmacht amalgamierten nackten Marktprinzipien Zug um Zug
bei uns nun auch in alle Bereiche religiöser Organisation eindringen.
Bischof Keller hat damals schon begriffen: die US-Religionswelt wird
nicht akzeptieren, dass es außer ihr noch eine andere Form des
Christentums gibt. Und sie wird alles tun, um unsere Verhältnisse den
ihrigen anzupassen9, die Strukturen der Marktwirtschaft
werden es erzwingen: »The global diffusion of the forms of Christian
fundamentalism largely results from distinct economic developments (Die
globale Expansion des christlichen Fundamentalismus hängt an der
wirtschaftlichen Entwicklung)«; die daraus zugleich einen
»fundamentalist Americanism« macht, »that simultaneously sanctifies
American nationalism and the American ›gospel‹ of success, wealth and
prosperity« (der gleichzeitig den amerikanischen Nationalismus und das
US-›Evangelium‹ von Erfolg, Wohlstand und Wachstum heiligspricht)10.
Die Haupteigenschaft dieses neuen, vom protestantischen Fundamentalismus
wie eine inoffizielle Staatsreligion geprägten US-Religionsmarktes ist
die Materialität seiner Werbung, d.h. der inhärente Zwang, den Marktwert
des Religiösen auszudrücken. Faktisch lässt sich dies nur in einer
einzigen Form verwirklichen: im Geldwert. Alle »Verkaufsware« lässt sich
eben nur in einem Medium messen: dem Geld. »Ohne Geld findet keine
werbliche Kommunikation statt«11. Der Markt ist das Kind des
Geldes. Geistiges, Religiöses gewinnt eine materielle Form, wenn dafür
Zeit oder Platz gekauft wird. »Wenn gekaufte Zeit die Rahmenbedingungen
diktiert, dann hat dies unmittelbare Folgen für die Sprache ... Sprache
wird in der Werbung zugleich pauperisiert und komprimiert. Sie verliert
an semantischer Komplexität und das, was übrig bleibt, sagt auf doppelt
und dreifache Weise immer wieder das gleiche«12. Religion
muss so vom Umsatzzwang geleitete »Pop-Religion« werden: Der
Religionswissenschaftler Hubert Knoblauch summiert sorgenvoll: »Das
Geheimnis, das die Welt zusammenhält, ist das Geld. Damit werden alle
bisherigen substantiellen Theologie- oder Religions-Experten entwertet.
An ihre Stelle treten nun »Experten der Wissensvermittlung, Präsentation
und Inszenierung«13. Nicht von ungefähr beschäftigt eine
»Megakirche« wie
Willow Creek,
repräsentativ für eine im Augenblick erfolgreiche
religionswirtschaftliche Mode, nur eine Handvoll in USA ausgebildeter
Theologen, dafür das hundertfache von Psychologen,
Betriebswirtschaftlern, Medienleuten, Sozialarbeitern usw.
Auch in Deutschland, der »unglücklichen Kolonie der USA«,14
wächst der Einfluss des US-Religionsverständnisses kontinuierlich, da
immer mehr Hindernisse fallen. Was wir in den vergangenen 15 Jahren an
politischen Erpressungsversuchen unserer Regierung und an Unterstützung
z.B. der Scientology-Psychosekte durch State Department, die
US-Botschaft und ihre Konsulate in Deutschland erlebten, ist nicht
untergegangen, im Gegenteil: nur die Schwerpunkte haben gewechselt. Die
US-Administration stützt heute so massiv wie nie zuvor den Export ihres
»New Evangelicalism« auch nach Deutschland, der indirekt mit
Regierungs-Mitteln über Stiftungen für seine Expansionsarbeit in ganz
Europa, aber noch viel mehr und mit ungeheurem Kräfteeinsatz in Mittel-
und Südamerika ausgestattet wird. Sehr schnell haben vor Jahren schon
US-amerikanische Stiftungen z.B. die Rolle der katholischen Universität
Löwen für den Reformkatholizismus in Mittel- und Südamerika und der
Sozialinstitute ihres geistigen Kopfes Francois Houtart begriffen, den
man mit Recht den »Vater der Befreiungstheologie« nennen darf. 1964 und
noch einmal 1969 wurden ihm aus den USA »einige 100.000 $« für
Forschungsmittel zur Verfügung gestellt: man war dabei, wollte alle
Informationen und suchte (oder hatte?, ein aparter Gedanke) Einfluss auf
die Forschung und die Ausbildungsinstitutionen15 der
»Befreiungstheologen«.
Von Anfang an hat die Globalisierung des »american creed« im Doppelsinn
des Wortes der Kultur und besonders auch der Religion gegolten16.
Die US-Religionswirtschaft verfolgt kategorial genau die
Eroberungsstrategie wie sie akribisch bei Frances Stonor Saunders »Wer
die Zeche zahlt. Der CIA und die Kultur im Kalten Krieg«, 199917
dokumentiert ist: als strategisch mit allen Mitteln vorangetriebene
Infiltration jeder Nische des europäischen Kulturbetriebs durch
freiwillige und unfreiwillige Sympathisanten der US-Wirtschaft und
US-Kultur. Einsatz verdeckter Regierungsgelder über als Strohmann
fungierende Stiftungen18, inszenierte Diskurse, Sponsering
von Veröffentlichungen, Vermarktung und Vernetzung von wichtigen Autoren
und »Key-Persons« mit US-Instituten, subversive »schwarze« PR-Aktionen,
durch Verlockungen oder Erpressungen erzwungene persönliche
Abhängigkeiten – all dies gehört zur Normalität jeder von der
US-Wirtschaft immer umfänglicher kontrollierten »Kulturarbeit« – auch
bei uns. Wer Saunders Bericht, speziell die Abschirmung besonders
wichtiger kulturpolitischer Aktionen durch zwischengeschaltete
»Stiftungen« zur Kenntnis genommen hat, fragt sich natürlich auch,
welche Rolle der in Sachen Marktpositivierung bekanntermaßen umstrittene
Verleger wirklich spielt, der mit seiner Personen-Stiftung die
Mehrheitseinlage von 13 Millionen DM als Gesellschafter in den neuen
Spartensender »Bibel-TV« eingebracht hat. Sollte hier das von Robert A.
Seiple als Abteilung des US-Außenministeriums geleitete »Office of
International Religious Freedom« keine Rolle spielen? Dies ist schwer
vorstellbar und es wäre interessant, den religionspolitischen
Aktionsdruck von Seiples in allen US-Botschaften weltweit umfänglich
präsenter Behörde ausführlicher zu verhandeln19. Keine Frage
dürfte jedenfalls sein, dass
»Bibel-TV« ein
weiterer strategischer Medien-Türöffner für den US-Neoevangelikalismus
sein soll. Wie schon die ersten »biblischen Talk-Sendungen« zeigen, wird
in ihnen das kirchliche Christentum so geschickt verfremdet, dass ein
theologischer Laie zwischen Kirche und neoevangelikaler
Religionswirtschaft kaum mehr unterscheiden kann, wie es wohl auch
beabsichtigt ist. Es überrascht nicht, dass sich die katholische
Bischofskonferenz, die sich über die sehr seltsam konstruierte Astratel
(wer zahlt wirklich die »kirchlichen« Gesellschafter-Anteile?) als
Gesellschafter zunächst auch in die Trägerschaft von »Bibel-TV« hatte
einbinden lassen, dieses Boot nach interner Aufklärung über die
Hintergründe und die schon validierten Operationen der neoevangelikalen
Mitgesellschafter vor dem Start am 1. Oktober 2002
schon wieder verlassen hat.
Wie »Bibel-TV« dürfte auch der eben erfolgte Start der neuen
charismatischen Vierteljahres-Zeitschrift »Come« (Auflage 150.000) Teil
der Strategie sein, die Kirchen selbst für den kulturellen Gestaltgewinn
des US-Wohlstands-Evangeliums und als Gewährträger der kulturellen
Legitimität dieser marktgerechten Form von »Christentum« einzubinden.
Wer Profil und Programm des US-Missionswerks
»Jugend mit einer Mission«20 kennt, das den früheren
Herausgeber seines deutschen Magazins »Auftrag« als Chefredakteur
stellt, erkennt Strategie und Programm: es besteht nicht nur in dem von
der Redaktion propagierten glaubensstarken »Rechnen mit der Normalität
des Heiligen Geistes bei der Gestaltung des persönlichen Lebens, der
Kirchen und der Gesellschaft«21, sondern in der umfassenden
rationalen Kombination des Religiösen mit der totalen Freiheit des
Marktes, die ein amerikanisiertes Gehirn überhaupt nicht mehr
voneinander unterscheiden kann: eine »confusion«, die fortwährend
Psychologie mit Theologie verwechselt, weil sie anderes nicht mehr zu
denken gewöhnt ist.
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III. Die
Funktionalisierung
der »Allianz« für den
US-Neoevangelikalismus
Immer mehr »Pastoren«, Verkündiger und Mitarbeiter der Allianz-Szene
sind in den USA »ausgebildet« bzw. weitergebildet und haben
Dauerkontakte zur religiösen und damit zugleich auch politischen Rechten
in den USA. Sie ahmen den agitatorischen Stil der großen
»US-Gospel-Manager« nach und betreiben die typisch exzessive, mit allen
suggestiven Mitteln konditionierte Entscheidungsverkündigung auf der
Grundlage einer völlig unproblematisierten Selbstverortung im
marktkapitalistischen Kontext. Sie verkündigen individuelle
Erfolgsorientierung und ein enges, genau normiertes Lebenskonzept als
göttliche Wahrheit. Ohne sich mit strapaziösen ekklesiologischen
Reflexionen aufzuhalten versuchen sie endgültig das bei Ernst Bunke, Die
Evangelische Allianz 190722, schon idealtypisch bemusterte
Revival alter Allianzbemühungen zum Erfolg zu bringen: »über die
vorhandenen Kirchenstrukturen hinweg«23 eine auf allen Ebenen
handlungsfähige »neue Allianz« zu formen, die selbst ganz die sichtbare
Kirche der »Bekehrten und Wiedergeborenen« sein will, eben der
»Neo-Evangelikalen«, die aus ihrem »Glauben« ein massives
Selbstbewusstsein der Auserwähltheit und Rechtgläubigkeit ableiten. Wie
Bunke Theodor Haarbeck 1904 zitiert: »Zweifach« ist der Name »Allianz«
geworden24. Die Verschleierung der neuen Strategie, die die
Trennung gegen die Landeskirchen herbeiführt, ist Methode. Man stellt
sich nicht, will es nicht, weil man die kirchliche Infrastruktur
benutzen will. Und man kann es auch nicht: Alles was aus der Allianz den
Landeskirchen früher vorgeworfen wurde: Liberalismus, Anpassung an
»weltliche Bedürfnisse« und Politisierung, Kungeln der Kirche mit der
Staatsmacht, wird vom eigenen frommen Planen vielfach überboten. Die
»neue Allianz« will »die kulturell relevante Gemeinde« (Strauch), die
Transformation der eigenen Religion in eine imperative und konstruktive
Macht in den sozialen und politischen Lebenswelten der Individuen«25.
Und dafür ist nun »eine konzertierte Aktion aller bibeltreuen Christen
zur Durchsetzung göttlicher Maßstäbe in der Gesellschaft« in Gang zu
bringen26. Weltweit soll die »alle wiedergeborenen und
bibelgläubigen Christen« vereinende »Allianz« wie in den USA nun auch in
Deutschland eine effektive kulturpolitische Kraft sein und den
christlichen Glauben vor allem gegenüber dem Islam als die überlegene
Religion präsentieren. Denn auch diese neue Allianz benötigt für ihre
labile Gruppenkohäsion einen Feind, der derzeit auch passend vorhanden
ist. Und so liefert die fromme »Kriegserklärung der Guten an die Bösen«
die primitiv-moralisierende Welterklärung, die »immer noch einen
wichtigen Teil des kollektiven Unterbewussten bildet, das von
politischen Eliten und Fanatikern geschickt instrumentalisiert wird«27.
Der Repräsentant der
Konferenz Evangelikaler Publizisten (KEP) Wolfgang Baake, zugleich
Allianz-Beauftragter bei der Bundesregierung in Berlin, definiert die
neuen Verhältnisse mit der Kampfparole: »Die Zeit der Stillen im Land
ist vorbei«28. Der Allianz-Vorsitzende Peter Strauch ruft die
wiedergeborenen Allianz-Christen zu massiven politischen Aktionen auf-
und scheut nicht die Werbung für die Partei Bibeltreuer Christen.
Unzweifelhaft kommen darin theokratische Tendenzen zum Ausdruck, die für
diese neuen religiös-politischen »Vordenker, Visionäre und
entscheidenden Macher« (so die Selbstprädikationen des
Allianz-Generalsekretärs)29
der Ansporn sind, immer dichtere »Netzwerke« zu spinnen, um das
weltweite Reich Gottes zu schaffen. Der Allianz-Gebetskalender für den
Januar 2001 brachte als Bußgebet: »... dass wir uns zu wenig politisch
betend engagierten und die unterstützten, die ein christliches
Menschenbild vertreten«. Und der Allianz-Gebetskalender für April 2002
gibt noch entschlossener vor: »die Voraussetzungen für eine göttliche
Heilung unseres Landes müssen erfüllt werden«30. Im August
2002 fordert die Allianz noch einmal »einen für alle Bevölkerungsgruppen
verbindlichen Wertekonsens«31. Nichts an Reflexion findet
sich innerhalb der »Allianz« darüber, dass in ihrem Aktionismus
»religiöse Gebote unmittelbar auf alle Lebensbereiche übertragen werden
und folglich auch das politische Gemeinwesen als ganzes unmittelbar
fundieren soll«32. Man vergleiche dazu nur im
Allianz-Gebetskalender 3/2002 den Text vom August: »… dafür, dass sich
das öffentliche Leben in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Medien
möglichst nah an den biblischen Ordnungen bewegt. Beides hängt
unmittelbar zusammen und bedingt sich gegenseitig«. Nirgends wird der
Modus dieser Verbindung problematisiert, der für unsere freiheitliche
Demokratie eine ernste Bedrohung ist, die »implizit oder explizit auf
die Negierung einer säkularen Rechtsordnung und einer relativ autonomen
Ebene politischen Diskurses hinaus(läuft)«33. Was sie erzeugt
ist die soziale Ausgrenzung der »Ungläubigen« und die
rücksichtslos-inquisitorische Repression gegen Kritiker von außen und
Dissidenten aus den eigenen Reihen. Nichts findet sich bei der Allianz
an Reflexionen darüber, dass »die Besetzung des politischen Raumes durch
religiöse Sprache im Gegenzug eine Politisierung des Religiösen
(impliziert), in der die Religion sich selbst zum Instrument des
politischen Machtkampfes darbietet oder als solche funktionalisiert
wird«34.
Im Gegenteil: Zielgerichtet will Allianz-Vorsitzender Strauch die
Mitglieder anhalten, die Medien zu kontrollieren und sich bei
widergöttlichen Dingen sofort massenhaft zu beschweren, in Schulen und
Bildungseinrichtungen Ämter zu übernehmen und bei »eklatanten Verstößen
gegen das biblische Menschenbild« die Schulaufsicht, die Medien und
politische Instanzen zu informieren und ggf. Demonstrationen zu
organisieren, um »sich angesichts ethischer Notstände öffentlich zu Wort
zu melden«35. Immer aggressiver versuchen im Allianz-Verbund
US-Ableger von moralpolitisch engagierten Gruppen wie z.B. »Mütter
in Kontakt« eine Elternbegleitung der Schulwirklichkeit zu
organisieren, die nach ihrem Prospekt erreichen will, »dass sich unsere
Schulen von biblischen und hohen ethischen Werten leiten lassen«. Das
Umfeld der Kinder wird als Lasterhöhle gesehen. Nur eine strenge
Gehorsams- und Bewahrungspädagogik und das durch gemeinsames Gebet in
Gang gebrachte Eingreifen Gottes könne hier helfen. Nur graduell
unproblematischer geriert sich auch die religiöse Agitation der
schulbezogenen Missionsveranstaltungen der in den letzten Jahren immer
fundamentalistischer auftretenden
SMD
(Schüler und Studentenmission Deutschland), die mit »Gebetstagen
für die Schule« Einfluss auf die Schule als Ganzes gewinnen wollen. Ohne
viel Rücksicht auf das in vielen Schwierigkeiten immer langsam
gewachsene und gerade heute kostbar gewordene Vertrauen zwischen Schule
und Kirche vor Ort betreibt sie im Namen Gottes eine aggressiv-frontale
Missionierung, die sich um die in der Schule selbst u.U. verheerenden
sozialen Folgen ihrer Trennung von Bekehrten und Unbekehrten nicht
scheren will. Auch darum nicht, dass dies unsere kirchliche Mission, die
eine subjektive »Bekehrung« oder »Wiedergeburt« niemals zur Bedingung
des Christseins machen kann, öffentlich diskreditiert. Wir sind hier
durch die Propaganda eines nur durch Bekehrung »vollen Christentums«
kirchlich gefordert: Es bedeutet für die davon rekrutierten Kinder ein
religiös-elitäres Bewusstsein, das einigen die Rollen Pharisäer oder
Märtyrer viel zu früh zu erfüllen auferlegt und sie seelisch für ihr
Leben kaum mehr rückholbar beschädigt.
Jede theologische Analyse kann solcherlei für unser kirchliches Radar
abgeschwächten sektenhaften Rekrutierungs-Instrumente des
US-Neoevangelikalismus immer noch gut erkennen, auch die immer und
überall menschlich höchst wirksame Strategie des »Love-Bombing« zur
Anhängerwerbung36 mit dem Ziel, dass diese den aus dem Brutto
gerechneten Zehnten zahlen. Immer ist dieses Thema präsent, oft das
einzige Anliegen der Predigt, die dem, der den Zehnten, das eigentliche
»religiöse Geschäft«, verweigert, Krankheit, Misserfolg und den
Segensentzug Gottes ankündigt.
IDEA zitiert den
Leiter von JmeM Kanada, wonach »Christen, die den Zehnten nicht geben,
besonders häufig unerwartete Sonderausgaben erleben«37. Der
Teilnehmer wird auch in diesen strikt auf persönliche Bedürfnisse
abgestimmten religiösen Unterhaltungs- und Verkündigungsangeboten
wiederum zur Ware. Da er in der Regel ja auch nicht »Mitglied« mit
vollen Rechten, sondern nur Kunde ist, erkennt er die Manipulation
selbst oft genug nicht. Er lässt sich von rezepthaft und schematisch
inszenierten Evangelisationen in diese neue religiöse »Kultur«
eingliedern, die den oft komplizierten Lebensfragen mit primitivsten
Hauruck-Lösungen begegnet. »Die brennenden Fragen des einzelnen werden
letztlich nur zugedeckt«38.
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IV. Die Einbindung
unserer Kirchenwelt in die US-Religionspolitik in Deutschland
Lange hat sich die deutsche Kirchenszene nicht zuletzt dank des
Engagements vieler in der »Allianz«
das Recht und den Sinn auch einer »gläubigen Bibelkritik« noch mit ihrer
religiös-kirchlichen Integrität beglaubigenden Persönlichkeiten dem
Einfluss des US-Evangelikalismus entzogen und z.T. demonstrativ zu
verweigern versucht. Die erst 1940 in den USA endgültig etablierte neue
Staats-Ideologie der »vollen Religionsfreiheit«, die offiziell nur noch
privatfinanzierte Religion kennt, hat nicht nur innerhalb der USA die
religionspolitischen Koordinaten endgültig verändert. Sie schlug auch
auf die zerstörten deutschen Kirchenverhältnisse nach 1945 durch, als es
darum gehen sollte, dem nun voll aufdrehenden amerikanischen
Religions-Unternehmertum den deutschen Markt zu öffnen. Major Crumm,
Referent für Religion und Erziehung beim Amerikanischen Hauptquartier in
Frankfurt brachte es am 28. August 1945 bei der ersten Konferenz der
evangelischen Kirchenführer nach dem Krieg auf den Punkt: »Ich komme vom
Alliierten Hauptquartier in Frankfurt um zu bezeugen, dass unsere
Politik die ist, religiöse Freiheit für alle Kirchen und Sekten zu
gewähren. Die Menschen in den Vereinigten Staaten sind stark an dieser
Konferenz interessiert«39.
Mit allen Mitteln hat der auch durch den Krieg intern erstarkte
US-Evangelikalismus nach 1945 Einfluss auf die deutschen
Religionsverhältnisse zu gewinnen versucht, denn es ging für sie nun um
die wirtschaftliche, kulturelle und religiös-christliche »Missionierung
der Deutschen«40 in einem. Schon der Aufbau der »Allianz«
geschah unter tatkräftiger materieller Unterstützung der
National
Alliance of Evangelicals und des
Fuller Seminars. Die Anstachelung der »Theologiefeindschaft mancher
Allianzleute« und die Verstärkung und Vertiefung der Front der
»Irrtumslosigkeit der Bibel« waren dabei schon nur noch Nebenfolgen:
viel wichtiger war der Einfluss in und auf unsere christlichen
Institutionen, den die US-Seite »mit Macht«41
suchte. Lange hat sich die Deutsche Evangelische Allianz noch gesträubt,
mit ihrer US-Stiefschwester zu kooperieren. Bei der Gründung der World
Evangelical Fellowship 1951 war die deutsche Allianz offiziell auch
nicht beteiligt. Im Gegenteil: die Gründung der Europäischen
Evangelischen Allianz 1952 war noch einmal der Versuch eines
Befreiungsschlags gegenüber der US-Dominanz, um eine Unabhängigkeit zu
behalten, die sich vor allem inhaltlich nicht auf das US-Verständnis der
»absoluten Irrtumslosigkeit der Bibel« festlegen sollte.
Zuerst »wackelte« die SMD 1954: sie ließ sich auf eine intensive
Kooperation mit dem US-Neo-Evangelikalen Gaebelein ein, die trotz der
Selektivität des Flirts mit dessen Vulgär-Fundamentalismus nicht ohne
Folgen blieb. Für die Allianz im ganzen wurde es erst anders, als
Billy Graham
mit seinem ersten Besuch in Berlin 1954 und dann mit seinen
Großveranstaltungen 1960, 1963, 1966 und 1970 die Türen geöffnet hatte.
Jetzt wurden auch innerhalb der Allianz – weil man sie für die
Organisation der Graham-Veranstaltungen brauchte – die Strukturen immer
formeller und »offizieller«. Jetzt wurde auch die bisher am
Schriftverständnis gescheiterte Mitgliedschaft in der
WEF
(World Evangelical Alliance)
möglich und die Veranstaltungen häuften sich, in denen »das
fundamentalistische Schriftverständnis durch die Intervention der
Amerikaner zum tragen«42
kommen konnte. Damit war die Basis geschaffen, das Projekt zum Erfolg zu
führen, den deutschen Protestantismus nach dem Muster der US-Frömmigkeit
umzuformen, die die Bibel in extremer Form »wörtlich« versteht, d.h. sie
wie magisches Werkzeug zur suggestiven Beeinflussung auch durch Laien
bequem und vor allem »schnell und zuverlässig« handhabbar macht43.
Wir brauchen nicht die religiösen Extreme des US-Fundamentalismus
bemühen, deren Horror freilich auch in Deutschland in vielen Gruppen
präsent ist. Auch in den USA war es die Mitte, die den neuen Kurs
formte: »Nahezu 30 Jahre lang – vom Ende des Krieges bis in die
siebziger Jahre – führte die massive Präsenz Billy Grahams und der sich
erhöhende Einfluss der Institutionen, die er förderte, zu dem Eindruck,
ein einheitlicher, kulturformender Evangelikalismus sei nach Amerika
zurückgekehrt ... 1950 brachte seine erste, lange Zeit laufende
Radiosendung ›The Hour of Decision‹ die später typisch werdende Mixtur
von evangelikaler und antikommunistischer Leidenschaft. ›The Battle of
the Republic‹ (der Schlachtruf der Republik) gab den Hintergrund für den
Aufruf zur geistlichen Buße ab«44. Nicht die
Teleevangelisten, Graham ist der Vater des modernen US-Evangelikalismus.
Seine entschlossene Benutzung aller Medien, seine ungenierte Parteinahme
für die US-Army und für den Vietnamkrieg insbesondere, seine dezidiert
kulturintegrative, antiseparatistische Frömmigkeit, die auch gerade für
Fundamentalisten merkwürdige Kompromisse mit dem american way of life
eingehen konnte, machte ihn zum Idealtypus der neuen amerikanischen
Staatsfrömmigkeit, die als »(Neo)Evangelikalismus« bezeichnet wird und
»die enge Anlehnung an biblische Prophezeiung (meint), die die Symbole
biblischer Heilsgeschichte (wir sind das Volk Gottes) mehr und mehr und
immer ungenierter auf die amerikanische Nation und ihre Außenpolitik
überträgt«45 und Gottvertrauen und Selbstvertrauen zur selben
Sache macht.
Leben und Welt, Kirche und Glaube, Mitmensch und Politik werden auf das
»prophetische Ziel« einer neuen Welt ausgerichtet, in der die USA und
ihre staatstragende Religionswirtschaft weltweit nun die geistige und
zugleich organisatorisch-strategische Mitte bilden. Berühmt wurde die
von Carl Henry vom Fuller Seminar herausgegebene Zeitschrift
»Christianity Today«. Sie flankiert Billy Grahams Wirken und promotet
ihn weltweit als den Vater des »New Evangelicalism«. »Im Geprägtsein
durch seine ›Kreuzzüge für Jesus‹ kam der Evangelikalismus nach
Deutschland«46, schon 1954 in Begleitung von Carl Henry. Der
Stil der Evangelisationsveranstaltungen des deutschen Pietismus änderte
sich von nun an immer deutlicher statt in Richtung Gemeinschaft in
Richtung Kundenwerbung: »Der Zweck heiligte hier nicht alle, aber
erstaunlich viele Mittel«47. »Neu war, dass bei den
Veranstaltungen die von Grahams Rede Berührten vortreten sollten, um
dann eine Einzelberatung zu bekommen«48. Noch sah man damals
aus der kirchlichen Perspektive keinen Gegensatz zwischen Ökumene und
Allianz. Doch der Streit um die »Entmythologisierung« der Bibel ließ ein
Klima entstehen, das dazu führte, dass der höchst folgenreiche Schritt
1968 dann doch zustande kam, der mit der
Mitgliedschaft der Deutschen Evangelischen Allianz in der WEF den
Pietismus in Deutschland nun auch zu einem »Evangelikalismus« machen
sollte.
1974 konnte Billy Graham dann den nächsten entscheidenden Coup landen:
die Gründung der »Lausanner
Bewegung« als den vollen religiös-mentalen Ersatz für »Genf«, in
US-Optik immer »die Ökumene der Deutschen«. Ein größerer zeitlicher
Abstand dürfte vermutlich noch schärfer die Konturen jenes Bruches
zeichnen, der dadurch im Bewusstsein des deutschen Pietismus entstanden
ist: die Zentrale der Weltevangelisation wird von einer neuen globalen
Bewegung gebildet, die inhaltlich von der »Lausanner Verpflichtung«
bestimmt ist. Und diese Festlegung impliziert die Anerkennung der
Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift, also eine kompromisslose Auffassung
von Verbalinspiration. Von dem, der sich verweigert, gilt: Er »verdammt
sich selbst zur ewigen Trennung von Gott« (Nr. 3 der »15 Thesen zum Plan
Gottes«). »Lausanne wurde der Spaltpilz in den Verbindungen des
Kirchenprotestantismus mit seinen pietistischen Bewegungen und
Organisationen. Danach war nichts mehr, wie es war. Unsere Kirchenwelt
wurde immer schwärzer gemalt und die Allianz errichtete systematisch
eine Parallelorganisation nach der anderen gegen die vorhandenen
Kirchenstrukturen«49. »Lausanne II«, der zweite Weltkongress
1989 in Manila goss weiter Öl ins Feuer und »stärkte weltweit die damals
sich formierende evangelikale Bewegung«50. Heute stehen
»Lausanne« und WEF sogar schon vor einer Fusion51.
Am wichtigsten für die neue »Einheitsarbeit« der Allianz ist
IDEA geworden, der
Pressedienst der Allianz, der sie vielleicht in viel entscheidenderer
Weise zusammenhält, als ihre Hauptakteure öffentlich zugeben. Die
Behauptung der Einheit und das rituell-feierliche Beschwören ihrer
»Visionen« überspielt die großen internen Differenzen, die wie bei der
Christian Coalition in den USA allein die politische Gesamt-Ausrichtung
übertüncht. Die heute sich immer mehr als »neue Konfession«
präsentierende »Evangelikale Allianz« – dieser Name wäre zutreffender
und ehrlicher – versteht sich bei genauerem Zusehen nur als kultureller
Glaubenswächter gegenüber den Kirchen ebenso wie gegenüber der
Gesellschaft.
Insbesondere der seit 1997 tätige »Arbeitskreis
Religionsfreiheit« verfolgt erkennbar religionspolitische Ziele, die
u.a. die kirchliche Kritik am neoevangelikalen US-Sektenimport zum
Schweigen bringen wollen. Einschlägige christliche Sektierer wie
Wolfhard Margies bitten die »Allianz« um »Schutz vor Angriffen durch
Behörden- und Kirchenvertreter. DEA-Vorsitzender Strauch versprach ihm
diesen«53. Solche Hilfe der Allianz firmiert dann unter
»Menschenrechtsfragen« bzw. Engagement für die »Religionsfreiheit«54.
Man staunt: Der »Arbeitskreis Religionsfreiheit« begründet dies mit den
Wurzeln der Allianz als »erste(r) Menschenrechtsorganisation«. Seine
Verlautbarungen gegenüber der politischen Öffentlichkeit sind in weiten
Passagen textgleich mit schon vorher erschienenen religionspolitischen
Pamphleten von amtlichen und halbamtlichen US-Instituten und -Behörden
gegen die Sektenpolitik in Deutschland und Frankreich. Dies verwundert
nicht: Mit der Gründung des »Arbeitskreis Religionsfreiheit der
Evangelischen Allianz« 2000 werden schon länger bestehende Wünsche aus
dem evangelikalen US-Kontext erfüllt: »In einer immer stärker vernetzten
Welt ist es zunehmend wichtig, dass deren Stimme in Fragen der Wahrheit,
der Religionsfreiheit und der Grundwerte geschlossen zu Gehör gebracht
wird« . Der deutsche »Arbeitskreis« ist jedenfalls im Jahr 2000 ganz
offiziell eine Unterabteilung der »Kommission für Religionsfreiheit« der
»Weltweiten Evangelischen Allianz« (WEF oder WEA), »die seit 1997 auch
einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen besitzt und jährlich
offizielle Berichte an die UNESCO übergibt. Die Kommission hat 12
Mitglieder aus allen Erdteilen und 20 führende Politiker aus aller Welt
als Berater«. Die Verwicklung einiger Kommissionsmitglieder in die
US-Sektenpolitik für Scientology ist bekannt.
Immer deutlicher betont die »Allianz« ihre eigene »kirchliche« Rolle
auch in der Öffentlichkeit. Quasi hinter dem Rücken der Kirchen versucht
sie in allen deutschen Schulen direkt präsent zu sein und drängt darauf,
für ihre einschlägigen Internet-Angebote in den Schulen werben zu dürfen55:
Unübersehbar haben bei der Allianz gerade im Einsatz für eine
»biblische« Gesellschaftsmoral politische Motive die Oberhand über die
großen christlichen Grundwahrheiten gewonnen, wie sie in der heiligen
Schrift und in den altkirchlichen Bekenntnissen zum Ausdruck kommen, die
eine bestimmte Verpflichtung sehr klar zu erkennen geben: dass der
Gläubige sich jeweils nun genau nicht im alleinigen Besitz der
christlichen Wahrheit wähnt, sondern zur Zusammenarbeit mit anderen
Kirchen und zur Toleranz bereit ist und in Worten und Taten seines
Glaubenszeugnisses jede sektiererische Gesinnung vermeidet.
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V. Ein
vorläufiges Ergebnis:
Es würde den Blick auf die Breite des US-Einflusses auf unsere
Kirchenwelt verstellen, wenn wir nur die Problematik des importierten
Neoevangelikalismus und seiner deutschen Hauptagenturen Allianz,
Lausanner Bewegung,
Pro Christ56
betrachten würden. In anderer Form ist der den Kirchen zugewandte Sektor
der Unternehmensberatungen kaum weniger geeignet, das Kirchliche im Sinn
des »american creed« zu verfremden. Auch hier bedarf es des
theologischen Skalpells, um die pure Wachstumsideologie einer in nunmehr
vorwiegend kommerziellen Kategorien denkenden Unternehmenswelt, die das
Kirchenmitglied genau wie der Evangelikalismus zum »Kunden« degradiert,
von einer ernstlichen Bemühung um eine verantwortungsvolle kirchliche
Organisation und Seelsorge getrennt halten zu können – hier freilich ein
eigenes Thema. Nur noch soviel: die Apostel des Neoevangelikalismus wie
ebenso der totalen »Kundenorientierung« aus der Unternehmenstechnik
vergessen, dass ihre Methoden nur danach fragen, welchen persönlichen
Nutzen der Glaube dem Kunden bringt. »Gerade der religiös aktive
Amerikaner (wählt) in der Regel seine Denomination und damit die ihm
persönlich genehme Doktrin selbst und zwar mitunter nach Maßgabe ganz
rationaler Interessen«57. Eine wirklich religiöse Haltung
oder gar Entscheidung ist damit nicht (mehr) verbunden.
Es dürfte nicht verfehlt sein, ganz altmodisch wieder daran zu erinnern,
dass unsere Kirchen eine andere, öffentliche Aufgabe haben, die wie alle
öffentlichen Dinge nicht der Ökonomisierung preisgegeben werden dürfen,
wenn sie ihren Sinn wirklich erfüllen sollen. Schon die einfache
symbolische Existenz der Kirche ist viel entscheidender, als selbst wir
Pfarrer oft annehmen. Dem mit der Globalisierung geführten
Generalangriff auf die europäische Kultur, zu der unsere »alte«
Kirchenwelt gehört, die im Verbund alle wesentlichen sozialen Aufgaben
in öffentlicher Ordnung regelt, ist deshalb so zu begegnen, dass die
kostbare Eigenschaft unserer Kultur zur Anwendung kommt, die es im
US-Kontext fast nicht mehr gibt: die Kritik. Kritik fragt nicht danach,
ob etwas im Moment funktioniert, sondern fragt, was dabei am Ende
insgesamt und wahrheitsgemäß herauskommt.
Ein Religions-Unternehmer wie der auf NBC und dem neuen
Bibel-TV
dauerpräsente Robert Schuller mag für seine aufwendig orchestrierte
Religionsshow zwar einen riesigen Glaskasten bauen und diesen dann
»Cristal-cathedral« nennen wie auch Billy Graham sein 5.000 Personenzelt
»Canvas-Cathedral« nannte. Aber dies alles ist dennoch keine
»Kathedrale«. Wer heute im Blick auf unsere natürliche Umwelt über
Nachhaltigkeit nachzudenken gelernt hat, weiß: auch unsere religiöse
Welt braucht Nachhaltigkeit, Beständigkeit, eine Breite des
Gewissheitsfundaments, die das neoevangelikale »religious shopping«
nicht bringen kann. Was in diesem neuen Pop-Christentum verloren geht,
ist die kirchliche Tradition und der Begriff von Kirche überhaupt, wie
Hunt es sagt: christlich »the ultimate ›sell-out‹, doctrinally and
culturally«58.
Wir dürfen nicht übersehen: Die primäre Geldorientierung, wie sie der
Markt erzwingt, lädt zum Missbrauch in ganz neuen Größenordnungen und
Formen ein. Wir sehen in und an den USA, wie die
Entinstitutionalisierung und die Auslieferung des Religiösen an den
Markt über kurz oder lang das Gegenteil ihrer Propagandisten erreicht:
der Markenartikel Kirche wird zum öffentlichen Negativwort. »Kirche«
wird zum Synonym für eine religiöse Geschäftemacherei, in der von
vornherein mit Gewinnern und Verlierern, unmoralischen Praktiken und
kriminellem Vorgehen der Führungspersonen zu rechnen ist.
In den USA ist die Literatur schon zahlreich, die sich mit den »bad
pastors«, mit »abuse of power« und »abusive churches«59
beschäftigt«. Dass dann sogar schon in den USA »Kirche kein Medienthema
mehr ist«60, die Colleges und Universitäten sich mehr und
mehr religiösen Themen und Veranstaltungen verweigern61, ja
dass in den USA »die Indifferenz gegen das Christentum wächst, das
kulturelle Klima gerade zu christentumsfeindlich wird« (hostile to
Christianity)62, darf nicht verwundern. Der neoevangelikale
Aktionismus übertüncht die abgrundtiefe Säkularität der US-Gesellschaft,
die er mit dieser Form von »Christentum« nie überwinden wird. Seine
Führer in den USA haben längst begriffen, dass ihr »theocratic colossus«
nicht in der Lage sein wird »to accomplish the changes needed within
American society«63. Statt religiöser »policy-control« bleibt
nur eine vom US-Establishment abhängige Religionswirtschaft.
Unsere Kirche braucht deshalb Geduld, Durchhaltevermögen und eine
kritische Distanz zur neuen christlichen Religionswirtschaft. Der
aufgezogene neoevangelikale Spuk wird zwar nicht vorbeigehen. Er wird
sein begrenztes Publikum noch lange behalten – und ausbeuten. Dies soll
uns nicht anfechten: Seine Behauptungen missionarischer Erfolge, mit
denen er kirchlich hausiert, sind Luftblasen. 95–98% des
Mitgliederzuwachses der neoevangelikalen Gruppen und Gemeinden sind nur
Transfergewinne aus Landeskirchen und vor allem – und dort inzwischen
besonders schmerzlich – aus den traditionellen Freikirchen und dem immer
weiter abmagernden
Gnadauer Verband. Das Schlimme daran ist für uns, dass die von uns
oft selbst zugelassene Abwerbung nicht kirchliche Randsiedler betrifft,
sondern unsere Kerngemeinde und uns nach jeder neuen Aktion irgendwo
wieder wichtige Mitarbeiter fehlen. Und diese fehlen nicht nur
menschlich, sie treten auch aus der Kirche aus.
Wir können uns zwar damit etwas trösten: Die Schlichtheit der
neoevangelikalen Akteure und Marketing-Agenten reicht nicht an die
Fähigkeit der Kirche heran, Menschen innerlich auf Dauer und in der
Zulassung einer diskreten, aber tiefen Gläubigkeit in Freiheit zu
binden. Dennoch ist die Voraussetzung auch solcher Glaubensfreiheit das
Wissen, an was ich mich binde oder gebunden bin und dies heißt: dass die
Kern-Inhalte der christlichen Religion im wesentlichen und ganz
traditionell gedacht in den Jahrgangsbreiten der Generationen präsent
sind, dass man sie wieder erkennt wie das Bild
der Kirche, die zu dem Stück Erde gehört, das für einen Menschen auch
unserer Zeit noch so etwas wie Heimat ist. Wir haben viel zu tun, um
gegenüber dieser neuen Herausforderung uns richtig und gut kirchlich neu
aufzustellen.
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Anmerkungen
Vortragstext beim »Ortenauer Studientag« der Dekanate
Kehl, Offenburg und Lahr, 15. Oktober 2002 Lahr.
1 Thomas Kern: Zeichen und Wunder. Enthusiastische Glaubensformen in der
modernen Gesellschaft, Frankfurt 1997, S. 133.
2 Clemens Albrecht: Wovon wir gelebt haben. Zum geschichtlichen
Hintergrund der neuen Unsicherheit, Vortrag 16. November 1993 Ev.
Akademie der Pfalz in Enkenbach, MS S. 13.
3 Ralf Dahrendorf: Liberale Ordnung, in: FAZ 6. April 2002, S. 9:
»Globalisierung heißt immer zugleich Entdemokratisierung«.
4 Thomas Kern aaO. S. 427f; zum »neuen christlichen Paradigma« des 3.
Jahrtausends vgl. den Überblick bei Paul Elbert: The Globalisation of
Pentecostalism. A Review Article, in: Trinity Journal 23. 2002, S.
81–101; wie selbstverständlich wird hier die »Neue Globale Reformation«
(92), die weltweit schon ein Drittel des Christentums umfasst, als die
neue »global culture« markiert (82ff, 86f). Dieses »neue Christentum«
ist das Christentum nicht der Taufe, sondern der Bekehrung, der
Unmittelbarkeit von Gottes Wort in der Schrift und »in prophetischer
Weise« über sie hinaus, das Christentum nicht des Johannes oder des
Paulus, sondern das Christentum des Lukas und der »missionary
successful« fortgeschriebenen Apostelgeschichte.
5 Thomas Kern aaO. S. 246.
6 Vgl. bei Christoph Morgner: Geistliche Leitung als theologische
Aufgabe. Kirche, Pietismus, Gemeinschaftsbewegung, Stuttgart 2000, S.
31.
7 Bischof Michael Keller, in: Laurenz Böggering (Hg.): Iter para tutum.
Apostolat in der modernen Welt. Hirtenworte des Bischofs von Münster Dr.
Michael Keller, Münster 1961, S. 74.
8 Martin Riesebrodt: Fundamentalismus, Säkularisierung und die Risiken
der Moderne, in: Heiner Bielefeldt und Wilhelm Heitmeyer (Hg.):
Politisierte Religion. Ursachen und Erscheinungsformen des modernen
Fundamentalismus, Frankfurt 1998, S. 67–90, hier S. 68f.
9 Als Standardwerk dazu: Steve Brouwer, Paul Gifford und Susan Rose:
Exporting the American Gospel, New York 1996.
10 Stephen J. Hunt: Religion in Western Society, London 2002, S. 47.
11 Reinhard Paczesny: Was ist geheim an der Verführung? Strategien,
Techniken und Materialität der Werbung, in: Hans Ulrich Gumbrecht und
Ludwig K. Pfeiffer (Hg.): Materialität der Kommunikation, 2.Aufl.
Frankfurt 1995, S. 474–483, hier S. 481.
12 Paczesny aaO. S. 482.
13 Hubert Knoblauch: Populäre Religion. Markt, Medien und die
Popularisierung der Religion, in: Zeitschrift für Religionswissenschaft
8. 2000, S. 143–161, hier S. 160.
14 »Deutschland ist eine unglückliche Kolonie«, Interview mit Richard
Sennett in der WamS 29.9.2002.
15 Vgl. Andrea-Isa Moews: Eliten für Lateinamerika. Lateinamerikanische
Studenten an der Katholischen Universität Löwen in den 1950er und 1960er
Jahren, Köln 2002, bes. S. 208ff.
16 Vgl. die div. Beiträge zum Thema Kulturelle Globalisierung in der
Beilage zur Wochenzeitung »Das Parlament« vom 22. März 2002 (Heft
12/2002)
17 Frances Stonor Saunders: Wer die Zeche zahlt. Der CIA und die Kultur
im Kalten Krieg. Aus dem Englischen von Markus P. Schupfner, Berlin 2001
(engl. Original London 1999).
18 Vgl. René A. Wormser: Foundations. Their Power and influence, New
York 1958, bes. S. 288ff.
19 Fouchereau aaO. S. 20.
20 Zu »Jugend mit einer Mission« (JmeM) vgl. bei Thomas Kern, Zeichen
und Wunder aaO. S. 235, 267ff und den ausführlichen Exkurs zu JmeM S.
285–296.
21 Vgl. IDEA Nr. 112/2002 vom 30. September 2002.
22 Vgl bei Ernst Bunke, Die Evangelische Allianz, 1907, abgedruckt in:
Kirchl. Jahrbuch 35. 1908, 286ff.
23 So ihr Vorsitzender Peter Strauch: Die Zukunft der Evangelischen
Allianz, in: Aufatmen 1/2002, S. 59.
24 Bei Bunke aaO. S. 286 und 293: »entweder wird eine neue ›Kirche‹
daraus oder eine Fülle von Sekten«.
25 Ahmet Cigdem: Religiöser Fundamentalismus als Entprivatisierung der
Religion, in: Heiner Bielefeldt und Wilhelm Heitmeyer aaO. (Anm. 9), S.
91–107, hier S. 93.
26 So der Präses des Gnadauer Verbandes Christoph Morgner in
Allianz-Intern 3/2001, S.2.
27 Jean-Claude Wolf: Zu viel des Guten im Kampf gegen das Böse. Zur Nähe
von Gut und Böse, in: NZZ 27. Juli 2002, S. 54.
28 Wolfgang Baake: Das kleine blaue Buch, in: Pro. Christliches
Medienmagazin 1/2002, S. 10f.
29 So die Selbstvorstellung von Hartmut Steeb im Prospekt des
»Dünenhof-Festival« 17.–20.5. 2002.
30 Allianz-Gebetskalender April 2002.
31 Allianz-Referent und Vorstandsmitglied der WEA Rudolf Westerheide in
IDEA-Spektrum 32/33 2002 S. 14.
32 Heiner Bielefeldt und Wilhelm Heitmeyer: Politisierte Religion in der
Moderne, in: dieselben: Politisierte Religion. Ursachen und
Erscheinungsformen des modernen Fundamentalismus, Frankfurt 1998, S.
11–32, hier S. 14.
33 Bielefeldt / Heitmeyer aaO. S.15
34 Bielefeldt / Heitmeyer aaO. S. 15.
35 Strauch aaO.
36 Zur Rolle des Love-Bombing im Neoevangelikalismus vgl. bei Thomas
Kern aaO. S. 212ff.
37 Vgl. IDEA Spektrum 49/2001, S. 16f.
38 Bei Kern aaO. (Anm. 2) S. 219f.
39 Siehe bei Fritz Söhlmann: Treysa 1945, Lüneburg 1946, S. 11f. Die von
Crumm hinzugefügte Verlesung von Römer 12, 1–2 zeigt den frömmelnden
Druck, der ausgeübt werden sollte.
40 S. bei Stephan Holthaus: Fundamentalismus in Deutschland. Der Kampf
um die Bibel im Protestantismus des 19. und 20. Jahrhunderts, Bonn 1993,
S. 306ff.
41 Vgl. Bei Holthaus aaO. S. 316.
42 Vgl. bei Holthaus aaO. S. 456.
43 Vgl. dazu bei Kern aaO. S. 232ff zur magischen Kernkomponente des
Evangelikalismus.
44 Mark A. Noll: Evangelikalismus und Fundamentalismus in Nordamerika,
in: Ulrich Gäbler (Hg.): Der Pietismus im 19. und 20. Jahrhundert,
Göttingen 2000, S. 466–532, hier S. 516f.
45 Vgl. dazu ausführlich Paul Boyer: When Time shall be no more:
Prophecy Belief in Modern American Culture, Cambridge 1992, bes. S. XIf.
46 Eberhard Busch: Der Pietismus in Deutschland seit 1945, in: Ulrich
Gäbler aaO (Anm.45), S. 533–567, hier S. 544.
47 Bei Busch aaO. S. 545.
48 Bei Busch aaO. S. 554 Anm. 28.
49 Bei Busch aaO. S. 546.
50 Vgl. die neue Website: www.lausannerbewegung.de, dort »Die Lausanner
Verpflichtung« wie weitere Texte.
51 Vgl. IDEA Spektrum 28/2002 S. 28. Die WEA »repräsentiert etwa 150
Millionen Christen in mehr als 110 Ländern.
52 Topic Informationen Nr. 4 April 2002 S. 2.
53 Vgl. Allianz-Intern 2/2001, S.5.
54 Allianz-Gebetskalender 1/2001, S. 55 zum 30. April 2001.
55 Offener Brief des Generalsekretärs der »Allianz« Hartmut Steeb »An
alle Schulverwaltungen, Schulleitungen und Lehrerkollegien« in
Deutschland vom Dezember 2001.
56 Ausdrücklich bezeichnet seit Oktober 2002 der Billy Graham Trust auf
dem Briefbogen seiner Hilfsorganisation »Deutsche Evangelische Allianz,
Lausanner Bewegung und Pro Christ« als seine »Partner«.
57 Frank Unger: Christlicher Fundamentalismus in den Vereinigten Staaten
von Amerika, in: Richard Faber (Hg.): Politische Religion – religiöse
Politik, Berlin 1997, S. 267–289, hier S. 269.
58 Stephen Hunt: The ›Health and Wealth‹ Gospel in the UK: variations on
a theme, in: Culture and Religion 3. 2002, S. 89–104, hier S. 94.
59 Vgl. bei Anson Shupe: Wolves within the fold: religious leadership
and abuses of power, New Brunswick, N. J. Rutgers Univ. Press, 1998,
ebenso: Anson Shupe, William E. Stacey and Susan Darnell: Bad Pastors.
Clergy misconduct in Modern America, New York University Press 2000;
dto: Steven Lambert: Charismatic captivitation, Authoritarian Abuse and
Psychological Enslavement in Neo-Pentecostal Churches, Washington 1995;
Mary Alice Chranlogar: Twisted Scriptures. A path to freedom from
abusive churches, New York 1997.
60 Ferdinand Oertel: USA: Kirche kein Medienthema mehr?, in:
Communicatio socialis 35. 2002, S. 53–57.
61 Candace DeRussy: The campus war against faith, in: Homiletic and
pastoral review, New York, 102. 2002, S. 14–23. Ähnlich: James T.
Burtchaell: The Dying of the Light: The Disengagement of Colleges and
Universities From Their Christian Churches, New York 2001.
62 Gaylen J. Byker: The religious and moral foundations of civil society
and free market economy, in: Journal of interdisciplinary studies, Santa
Monica, 13. 2001, S. 1–14; Susanne Johnson: Christian Spiritual
Formation In An Age Of »Whatever«, in: Review and Expositor, Louisville,
98. 2001, S. 309–331, hier S. 309.
63 Vgl. Corwin E. Smidt und James M. Penning: Sojourners in the
Wilderness. The Christian Right in Comparative Perspective, New York und
Oxford 1997, bes. S. 271ff.
Quelle:
Deutsches Pfarrerblatt, Nr. 6/ Juni 2003; S.291-296
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