I.
Es ist seit dem 11. September wohl kaum mehr möglich, das Thema
der Verbindung von Religion und Gewalt ohne Reflex auf den
islamistischen Terrorismus zu behandeln. »Bis zum Selbstmord
entschlossene Mörder, die zivile Verkehrsmaschinen zu lebenden
Geschossen umfunktioniert und gegen die kapitalistischen Zitadellen
der westlichen Zivilisation gelenkt haben, waren, wie wir aus Attas
Testament und Usama Bin Ladens Mund inzwischen wissen, durch
religiöse Überzeugungen motiviert. Für sie verkörpern die
Wahrzeichen der globalisierten Moderne den Großen Satan«, aber auch
»die Sprache der Vergeltung, in der nicht nur der amerikanische
Präsident zunächst … auf das Unfassbare reagierte, erhielt einen
alttestamentarischen Klang«2.
Gewalttat und Gegengewalt nehmen die Religion in Anspruch: Beide
berufen sich auf religiöse Legitimationen und schirmen ihre jeweils
eigene Form von Gewalt gegen Kritik ab: Habituell nahm der
US-amerikanische Präsident Bush die Frage des Journalisten in der
ersten Pressekonferenz nach dem Attentat auf: »Wofür beten Sie
morgen?« und ebenso selbstverständlich nahm er wie der italienische
Präsident Berlusconi das gefährliche Wort »Kreuzzug« in Anspruch als
religiöse Reaktion auf die Etikettierung des Attentats als Akt des
»heiligen Kriegs« eines wahrhaft gläubigen Muslim.
Übersehen wir nicht: Gegenseitig wird die jeweilige Mischung
von Religion und Gewalt als satanisch etikettiert. Die USA sind in
der Optik radikaler Muslime der »Große Teufel«. Es gibt den Teufel
zwar nicht - aber dennoch bringt es auch eine zivilisierte Nation
wie die USA in der Quersumme ihrer öffentlichen Reaktionen fertig,
den Attentäter und dessen Tat nicht vorsichtig reflektiert erfassen
zu
wollen. Die öffentliche Meinung in den USA verbindet das
reagierende Handeln nicht normativ mit dem Bewusstsein, dass
vielfältige, miteinander verbundene, propagandistische,
polizeiliche,
auch militärische, vor allem aber politische Initiativen
stattfinden müssen, die davon ausgehen, dass schwere Fehler gemacht
wurden und gemacht werden. Weil die US-Öffentlichkeit religiös
anders geprägt ist, weil wichtige Meinungsbildungskräfte
fundamentalistisch, d.h. im Verbund von Religion und Gewalt denken,
folgt dem als ausschließlich verkehrte, teuflische Tat markierten
Angriff der religiös verherrlichte möglichst gewaltige Gegenangriff.
Der Einstieg in den, wie es John Le Carré genannt hat, »teuflischen
Kreislauf aus Verzweiflung, Hass und neuerlicher Rache«3
hat seine religiösen Wurzeln: Ein Fundamentalismus überbietet damit
immer neu den anderen.
Was hier für uns in Gang gekommen ist, bietet uns vielleicht endlich
die Möglichkeit, die Sache mit dem Islam in Deutschland auf die
Reihe zu bringen und dem fundamentalistischen Islam die aus Feigheit
und Bequemlichkeit gewährten Propagandamöglichkeiten zu entziehen:
nichts anderes hatte seinerzeit die KuK-Monarchie getan, als sie mit
der ausschließlichen Zulassung der liberalsten unter den vier
vorhandenen islamischen Rechtsschulen den Grund für einen
europäischen Islam auf dem Balkan legte: den bosnischen Islam. Er
war für uns in Deutschland immer gegenwärtig in seiner
anspruchsvollen, von Smail Balic herausgegebenen zweisprachigen
deutsch-bosnischen Zeitschrift »Der Islam und der Westen«. Man kann
es nur mit großer Trauer sagen: dieser bosnische Islam war ein
wirklich europäischer Islam: wer z.B. bosnische und türkische
Jugendliche einmal in einer Schulklasse zusammen unterrichtete,
erfuhr den Unterschied leibhaftig. Die Mullahs aus Teheran und Ghom,
die das von Serben eingeschlossene Sarajevo besuchten, um Hilfe und
Einsätze iranischer Kriegsfreiwilliger zu vereinbaren, waren damals
sehr schnell voller Zorn und Enttäuschung abgereist: was sie da als
Islam erlebten, war für sie kein Islam mehr, wohl aber immer noch
für die Bosnier. Was mit der Verwüstung Bosniens damals auch geistig
für Europa zerstört wurde, werden wohl erst künftige Generationen
ermessen. Tatsache jedenfalls bleibt: wenn es einen Islam in Europa
geben soll, der Minderheit unter Christen bleibt, dann nicht anders
als in einer von vornherein stringent nicht-fundamentalistischen
Form und Kultur, die staatliche Ordnungen und Grenzen benötigt, um
diese selbst als religiöse Kulturform ausdrücken und bewahren zu
können.
II.
Wer an die Verbindung von Religion und Gewalt denkt, assoziierte
bisher in der Regel zuerst Satanismus: also eine Art widersinniger
»Religion«, die irrationale Gewalt als Akt sozial völlig sinnloser
Selbstbestätigung in Gang setzt. Auf die von »Satanisten« z.B.
verübten Greueltaten wie Friedhofsschändung, Sachbeschädigung,
Vergewaltigung, Mord usw. reagiert die Öffentlichkeit wie auch die
Strafverfolgung in der Regel nur ganz kurzzeitig interessiert:
solcherlei fällt aus der Alltagswahrnehmung prinzipiell heraus, eine
für Betroffene freilich irritierende zusätzliche Last ihres Leidens.
Interessanterweise reagieren unsere eigenen religiösen Extremisten
völlig anders: sie können nicht anders als bei festgestelltem
Satanismus zu überreagieren. Sie vergrößern die Gefahren der laut
markierten Untaten, weil sie selbst die schwarze Seite der
Gesellschaft brauchen. Religiöse Radikalität beinhaltet ab einer
bestimmten Intensität und Hitze die solide Pflege der Angst vor dem
Bösen. Wo weniger Gottvertrauen vorhanden ist und viel mehr Angst
vor allem Möglichen, verändert sich der Charakter von Glauben
überhaupt: Er wird zur gerade deshalb stets angstvoll verteidigten
persönlichen Leistung, die durch Vertrauen auf den eigenen Glauben
das Böse der Welt in Schach halten oder überwältigen soll. Das
Schema ist immer dasselbe: eine definitorisch notwendige »schwarze«
Grundlage wird zuerst einmal tiefschwarz gezeichnet, dann erst
religiös-weiß übermalt. Wer dies praktisch versucht, weiß, wie
mühsam es ist, Schwarzes weiß zu machen: herauskommt kein heller,
sondern höchstens ein grauer Glaube, eben jene religiöse Melange,
die ohne Gewaltsamkeiten nicht auskommt. Nicht nur der Islamismus,
auch der christliche Fundamentalismus kennt den Übergang vom Krieg
gegen das Böse in mir zum Krieg gegen das Böse außer mir: Auch im
US-Kontext beschreibt »Spiritual Warfare for every Christian«4
die religionslogische Entschiedenheit und Intoleranz, die im
Ergebnis ähnlich freiheitsfeindlich sein kann wie
okkult/satanistische Bewusstseinslagen: Die Mentalität, zu sehr oder
gar ganz vom Bösen und von bösen Ungläubigen umgeben zu sein, ruft
fast immer fluchtartig und blind übersteigernd nach Abwehr,
Autoritäten, Zensuren und festen, absoluten Orientierungen, denen
keine institutionelle Kritik mehr gegenüberstehen soll. Dies passt
zur gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung nicht nur in den
USA, wo die Angstbesetzungen des gesellschaftlichen Bewusstseins
(O-Ton Präsident Bush: »Wir werden eine bessere Zukunft haben«) viel
deutlicher sind. Aber auch bei uns fördern die Verhältnisse aus
verschiedenen Gründen religiösen wie politischen Fundamentalismus,
weniger aus Religionsgründen, sondern weil das gemeinsame Dritte,
Macht und Gewalt allgemeine Konjunktur hat. Ungeniert und ohne jede
gesellschaftliche Sanktion wird für alle Schattierungen des
Satanismus unter Erwachsenen ebenso wie unter Jugendlichen geworben:
Musik-Satanisten übernehmen z.B. die Rolle von Star-Aufklärern der
Jugend, wie dies in diesem Jahr bei den publizistisch aufwendig
vermarkteten Auftritten von Marilyn Manson u.ä. zu beobachten war:
die »ZEIT« hat sie als »Humanisten des Horrors«5
bezeichnet. Auch dies zeigt in erschreckender Weise die öffentliche
Unsensibilität: der Jugendschutz schreitet gegen die »satanische«
Tourneeliturgik nicht ein, kann es angesichts der durch
Gerichtsurteile wegen »Freiheit der Kunst« usw. blockierten
öffentlichen Meinung auch nicht, und lässt Marilyn Manson von Ort zu
Ort ziehen und seine Art von Gewaltreligion predigen »wie ein
fanatischer Sektierer« - als in der Mitte des Spektakels zuerst in
einen Bischof in schwerem, goldenen Ornat verkleidet, am Ende der
knapp Eineinhalb-Stunden-Climax der Selbstermächtigung aber
militärisch uniformiert »in eine Art Führer« verwandelt, der seine
bösen Provokationen ins Volk brüllt. Das Schlimmste an solchen
Veranstaltungen freilich ist wahrscheinlich etwas, das im Programm
selbst nicht vorkommt: dass wie z.B. in Hamburg eine Reihe von
vielleicht 35-Jährigen Erwachsenen viele 8 und 9 Jahre alte Kinder
mitgenommen hatte.
Wir werden bei nüchterner Betrachtung die Augen nicht davor
verschließen können, dass eine tatsächlich »neue Qualität von
Religion«6 seit 20-25 Jahren zunehmend unsere Kultur
prägt und das europäische nichtfundamentalistische Christentum
gesellschaftsweit »zum Abschuss freigibt«7. Das Dogma
»Tun Sie etwas für sich« ist flächendeckend zur neu-abendländischen,
den alteuropäisch-religiösen Maßstäben überlegen erscheinenden
allgemeinen »Glücksbefriedigungsstrategie« und »Erfolgsreligion«8
geworden: »Gewalt muss sein« - für den Körper wie für die Seele, weil
das »Ich will …« alle Fragen nach dem »Was soll ich tun« auch bei
uns schon mehrheitlich abgelöst hat. Bis in den Alltag und bis in
menschliche Intimität hinein erscheinen heute nicht nur bei der
TV-Show »Big Brother« menschliche Fragen und Kernkonflikte wie
selbstverständlich in der Sprache des Kontroll- und Machtdenkens.
Der technisch-industrielle Blick erfasst immer mehr alles: auch
Menschen werden grundsätzlich im Blick auf ihre Einschaltquoten und
wirtschaftliche Verwertbarkeit behandelt: es geht um Tausch,
Belohnung, Kosten, Konformität, Konkurrenz, Zufriedenheit, Autorität
usw. Es wird gesellschaftlich fast überall ohne Sanktionen
toleriert, über Menschen zu sprechen ohne wirkliche Anteilnahme und
innere Beteiligung: verobjektivierend, verfügend, letztlich
unübersehbar mit einem gewaltförmigen Blick, je machtvoller und
erfolgreicher, umso besser.
Es ist mitten unter uns zur tolerierten Religion neben dem
Kirchen-Christentum geworden, Macht und Kontrolle zum herausragenden
Motiv und Grundmuster gesellschaftlicher Ordnung und Kommunikation
zu machen und Menschlichkeit als Produkt und Ergebnis der
Technokratie der eigenen Seele verstehen zu können: der Wille
soll heute das entscheidende menschliche Moment des Menschen sein.
Viele Volkshochschulen und sehr viele auf die Leistungsfähigkeit der
Person zielenden betrieblichen Fortbildungen bieten Willenstraining,
um erfolgreich funktionieren zu können und die verheißene Herrschaft
über die eigenen Verzweckungen zu gewinnen. Die Firma bezahlt die
Tröstungsseminare über die Beschädigungen der Wirtschaftswelt, auch
wenn die Validität der Seminare nicht feststellbar ist: Was
menschliche Wertschätzung ist, gewinnt seinen Inhalt automatisch in
immer mehr relevanten gesellschaftlichen Zusammenhängen in
Verbindung mit Macht und Autorität und der erfolgreichen
Kalkulation von Aufwand, Kosten und Belohnung: Menschliches
Verhalten soll und muss sich rechnen. Denn menschliches
Verhalten ist im Prinzip eine Sache der Berechnung. Ich nenne
genau dies den verdünnten allgemeinen Satanismus. Denn damit
wird deutlich, worum es hier geht: um das Kernproblem der
moralischen Konstituierung unserer Gesellschaft.
III.
Betrachten wir noch einmal kurz die mächtigste Quelle und das
Schwergewicht satanistischer Gruppenbildung: es liegt in den USA, wo
seit gut 20 Jahren eine »verwirrende Vielfalt satanistischer Kulte«
in der Nachbarschaft von Silicon Valley so etwas wie eine
»kalifornische Renaissance des Satanismus« (Joachim Schmidt)
zustandegebracht hat: »Symptom für die zunehmende Verzweiflung und
Orientierungslosigkeit in der modernen Massengesellschaft«, ein
verzweifelter Versuch, sich (in der US-Profitkultur) durch
Machtmagie ein Stück Individualität zu bewahren und der allgemeinen
Nivellierung zu entkommen, wie die US-Studie von Lyons (1970) es
zusammenfasst.9
Von dieser Konjunktur der Machtmagie befördert hat sich vor allem auch
in den USA und von dort aus missionierend in Europa eine ganze Reihe
von z.T. schon hochorganisierten Satanismus-Derivaten ebenso wie ein
in vielen Formen subkulturell manifester, affektiver
Ego-Macht-Habitus gebildet, die zusammen inzwischen eine dichte
pseudoreligiöse Unkultur oder Gewalt-Landschaft bilden. F. W. Haack
hat sie einst treffend »Satanistische Sekundärsekten« genannt.10
Paradebeispiel dafür ist nach wie vor der Gründer der
Scientology-Organisation L. Ron Hubbard, dessen satanische
Weisheiten (»gib und empfange keine Kommunikation, wenn du nicht
selbst es willst« usw.) als »Hubbardismus« inzwischen zum
selbstverständlich integrierten Glaubens-Rückgrat einer Legion von
Lebenserfolgs-Gurus, Persönlichkeitstrainern und Therapeuten
geworden ist. Tausende Multiplikatoren auch in unserem Land fördern
intensiv Formen und mediale Verstärkungen der völligen
Religionsabkehr, der Verherrlichung des Menschen11, der
institutionellen Mythologisierung des Ich, seiner Power, seiner
Durchsetzungskraft und Fähigkeit, beneidbare Wunschpotentiale
möglichst schnell und unmittelbar in Besitz zu nehmen.
Für den auch in unserer neureligiösen Landschaft inzwischen auch
qualitativ weit ausdifferenzierten Sektor der
Ich-Aufladungs-Kultur durch Satanismus-Derivate bzw. durch die
diese fördernden maßgeblichen gesellschaftlichen Interessen
verantwortlich ist nicht zuletzt auch der US-Import
radikalcharismatischer und neoevangelikaler, z.T. direkt
theosophisch beeinflusster Erfolgsreligionen. Darunter fällt alles
Sekten-Christliche, das mit Positivem Denken und Bekennen und vor
allem mit der Wohlstandslehre arbeitet, »die zur Zugnummer und zur
heiligen Kuh der US-amerikanischen Glaubensbewegung geworden ist.
Die Wohlstandslehre weckt Habgier, sie verbreitet den egozentrischen
Gedanken, dass man geben solle, um letztlich zu empfangen …«12,
um durch den solchen Glauben »gesund, reich, gesellschaftlich
anerkannt und glücklich« zu werden. Diese Annäherung an das
US-amerikanische Gesellschaftsdenken, das wirtschaftliche Freiheit
durch das Medium Geld nicht als äußere Voraussetzung für Religion,
sondern als Religion selbst versteht, hat in den USA längst schon
Zug um Zug die aus allen gerade jetzt in vielen wichtigen Details
gestaltungsoffenen Möglichkeiten einer religionspolitisch für die
Kirchen und Religionsgesellschaften sehr wohl notwendigen
europäischen Verständigung in der Rechtskultur unmöglich gemacht.
Der Grund dafür ist eben diese aus den USA kommende sehr
gefährliche, »teuflische« Mischung von Religion und Politik, die
wirtschaftspolitischen Globalradikalismus und religiösen
Fundamentalismus wechselweise verstärkt: die auf Expansion und
wirtschaftliche Macht ausgerichteten US-Religionstrust und
Sektenmultis sind inzwischen untrennbar mit der Außenpolitik der USA
verbunden. Im Gegensatz zur Trennung von Religion und Staat in
Europa begegnet uns in den USA eine volle Funktionalisierung des
Religionssektors für »politische Missionsarbeit« nicht nur in
Osteuropa. Hatte schon Billy Graham unverhüllt mit »Gott ist auf
unserer Seite« für den Vietnam-Krieg geworben, »militärische Stärke,
kompromisslosen Antikommunismus und rückhaltlosen Patriotismus«
gepredigt und so die Neoevangelikale Bewegung zur heute dominanten
religiösen Gruppe innerhalb der US-Armee gemacht, so muss nun auch
der Spendensammel-Trust seines Sohnes Franklin der »Relegitimierung
evangelikaler Denkmuster und der medial perfekt inszenierten
Propaganda der neuen weltpolitischen Erlöser-Rolle der USA« dienen.
Neoevangelikal meint hier: die enge Anlehnung an alttestamentliche
Prophezeiungen, die die Symbole biblischer Heilsgeschichte mehr und
mehr und immer ungenierter auf die amerikanische Nation und
Außenpolitik überträgt. »Biblische Vorgaben bilden inzwischen einen
stabilen kognitiven Rahmen evangelikaler Außenpolitik und
beschränken den kommunikativen Blickwinkel auf ganz bestimmte
Themen« - wie schon bei Billy Graham selbst begonnen: die USA sind
die »one nation under god«, das »New World Israel«, die »Redeemer
Nation«. Paul Boyer hat diese Verhältnisse schon 1992 in seinem in
Cambridge erschienenen Buch »When Time Shall Be No More: Prophecy
Belief in Modern American Culture« eindrücklich nachgezeichnet: hier
wird Leben und Welt, Kirche und Glaube, Mitmensch und Politik nur
noch »trough the refracting lens of prophetic belief« gesehen (S.
XII), was heißt: Religion in den USA unterfüttert die handfesten
außenpolitischen Interessen der USA und stärkt auf diese Weise, wie
es soll, auch den Verbund zwischen globaler Wirtschaftspolitik und
religiösem Enthusiasmus.
Es wäre für uns auch in der Lage nach dem 11. September höchst
fahrlässig, diese unlösbar zementierten politischen Implikationen
religiöser Äußerungen in den USA zu verschweigen. Dass sich heute
der mit Non-Profit-Marketing aufgerüstete Neo-Evangelikalismus
innerhalb der USA, um seinen politischen Einfluss zu stärken, »als
zivilreligiöser Verfechter traditioneller Werte« auftritt und mit
»biblischen« Mitteln das religiöse Deutungsmuster für die neue
weltpolitische Lage und Rolle der USA auf allen Medien erfolgreich
in Szene setzt, ist in den USA wohl bekannt. Schulung und Schrifttum
unterfüttern diese Form politischer Prophetie bei fast allen
öffentlichen Anlässen passgenau. Immer wieder hat z.B. Billy Graham,
der nicht ohne Grund beim interkonfessionellen Trauergottesdienst
für die Toten des WTC-Desasters in Washington das überlange
Schlusswort sprechen durfte und sprechen sollte, immer auch deutsche
»sozial klingende Organisationen« mit schwarzer Propaganda als
»kommunistisch unterwandert« verleumdet.13 William Martin
hat in: With God on our Side: The Rise of The Religious Right in
America, New York 1996 auch innerhalb der USA die dazu nötige
Aufklärung gegeben.
IV.
Die wenigstens erkennen den hauptsächlichen Cover-Charakter des
»Pluralismus« der US-amerikanischen Staatsideologie, die sich auf
die Formel bringen lässt: »create needs«. Universalismus und
Freiheit werden in den USA wie eine Staatsreligion behauptet und
gerade jetzt bei der Mobilisierung der US-amerikanischen
Öffentlichkeit für den globalen Krieg gegen den Islamismus in vielen
zivilreligiösen Akten und Ritualen als religiöser Anker und
Schutzmantel aller Profitbereiche und vor allem auch des
militärischen Engagements gefeiert. Die religiöse Rhetorik in und
aus den USA steht sehr unmittelbar im Dienst der Wirtschaftspolitik
und schirmt eine durchaus sensible Öffentlichkeit von vielen Fragen
ab. Das genau definierte Konzentrat einer zivilreligiöser Symbiose
von Religion und Politik der auserwählten »one nation under god«14
ist keine unabhängige gesellschaftliche Macht wie in Europa, sondern
ein funktional in den Regierungsapparat voll integriertes
Sicherungsorgan und politischer Verstärker der
scheinuniversalistischen Selbstbezüglichkeit des nach Bedarf sehr
schnell auch militärisch abgeschirmten politisch-wirtschaftlichen
Systems: Überdeutlich hat der zivilreligiöse »öffentliche Sinnbezug«
in den USA funktionalen und vor allem kompensatorischen Charakter.
Er dient dem Erhalt und der verdeckten Verfolgung eigener inzwischen
globaler Machtwirtschaftspolitik der von der politischen Klasse
durchaus sorgenvoll betrachteten eigenen Ordnung. »Die amerikanische
Öffentlichkeit, die fast nie etwas über die imperialen US-Vorhaben
im Ausland gehört hat, ist nicht in der Lage zu verstehen, warum
gerade sie vom Rückschlag dieser Projekte wie von einem Bumerang
getroffen wird. Deshalb sitzen die US-Kriegstreiber fest im Sattel
ohne nennenswerte Opposition«, so der frühere CIA-Berater Chalmers
Johnson gerade eben im letzten »SPIEGEL«15.
Der aggressive Export des eigenen Religions-Freiheitsverständnisses
über die USA-Grenzen hinaus, vor allem aber nach Europa, hat nur am
Rande mit dem Thema Scientology zu tun. Gewiss ist Washington das
faschistoide Gehabe und die informationelle Zuarbeit des
Scientology-Geheimdienstes OSA in vielen Hinsichten nützlich und
willkommen. Dessen Kooperationslage mit dem CIA und die im
Bedarfsfall durchaus blitzschnelle und rabiate US-diplomatische
Unterstützung für Scientology spricht Bände und immer zahlreicher
sind auch Scientologen als Funktionäre, Anwälte und Unterstützer mit
Einfluss auf Drittinstitutionen auf den institutionellen
Aktionsfeldern der US-Regierungs-Religionspolitik zu finden16,
die den religiösen Fundamentalismus als passgenaue Ergänzung ihrer
globalen Wirtschaftspolitik weltweit mit allen ihren Mitteln fördert
und dies seit wenigen Jahren mit enormem Einsatz.
Dieser Einsatz hat aber vor allem eine wirtschaftliche Logik: dass die
Sektenpolitik einiger europäischer Länder diesen Vermögenslagen
großer und kleiner US-Sektenkonzerne wenn auch nur durch die bloße
Besteuerung von Gewinnen immer schmerzlichere Einbußen beschert,
dürfte der einzig relevante Grund dafür sein, dass seit Anfang
Februar 1997 das dem US-Außenministerium angegliederte »Bureau for
Democracy, Human Rights and Labor« (BDHRL) europäische Länder, vor
allem Deutschland, »heftig angegriffen und in der Liste der Länder,
welche die Religionsfreiheit missachten, gleich hinter China
eingestuft«17
hat. 1998 verabschiedet der US-Kongress ein neues Gesetz zur Sicherung
der Religionsfreiheit in der gesamten Welt (!). Dafür wurde im BDHRL
auch eine neue Abteilung eingerichtet: das »Office of International
Religious Freedom«. »Mit einem bevollmächtigten Botschafter an der
Spitze, dem fünf Beamte des Außenministeriums zugeordnet sind,
besitzt der neue Ausschuss in allen US-Botschaften einen Vertreter«;
Chef der Behörde im Botschafterrang wurde Robert A. Seiple, ein
Ex-Marine, »dessen Lieblingsspruch lautet: ›Die individuellen
Freiheitsrechte sind allgemein gültig, weil sie eine Gabe Gottes
sind‹«18. Seiple ist ein idealtypischer Vertreter der
US-amerikanischen Ideologie von Freiheit, Wirtschaft und Geld. Elf
Jahre lang stand er vorher an der Spitze der ultrakonservativen
World Vision Inc., eines der finanzstärksten und zugleich
umstrittensten christlichen Spendensammelwerke. Er ist die treibende
Kraft des ersten Berichts des neuen »Office of International
Religious Freedom« im September 1998, der Deutschland, Frankreich,
Österreich und Belgien wegen Verletzungen der Religionsfreiheit
anklagt. Besonders die französische parlamentarische
Untersuchungskommission wird von diesem Arm der US-Regierung »in die
Nähe blinder Verfolgungswut gerückt«19. Aber die
treibende Kraft ist nicht die US-Regierung allein: der Sendungsdrang
des gesamten konservativen christlichen Establishments, darunter die
Southern Baptist Convention mit allein 16 Millionen Mitgliedern, die
»Sektenmultis« und die jüdischen Glaubensgemeinschaften drückten im
Oktober 1998 das »Gesetz zum Schutz vor religiöser Verfolgung«
durch, mit dem sich die Hypermacht USA ein weiteres Instrument
imperialer Machtpolitik zugelegt hat, das je nach Wunsch ein- und
abschaltbare Sanktionen vorsieht. Der Präsident kann, das
Kosten-Nutzen-Verhältnis abwägend, die Sanktionen (öffentliche
Verurteilung der Regierung, Einfrierung von Hilfsleistungen und
Krediten, Wirtschaftssperren) aussetzen, wenn das dem »nationalen
Wohl« dient - also allein den wirtschaftlichen und strategischen
Interessen, der politischen Selbsterhöhung und dem weltweiten
Expansionshunger auch der US-Religions-Wirtschaft.
V.
All dies verweist auf eine in den USA inzwischen manifeste
nationalreligiöse Grundlage: den Amerikanismus. Es wäre viel zu
harmlos, diesen Amerikanismus nur »Zivilreligion« zu nennen. Werner
Kremp, der intellektuelle Kopf der »Atlantischen Akademie«, nennt
ihn »eine moderne Version des Katholizismus«, die, so philosophiert
er, »mit erstaunlicher Konsequenz und Ausdauer Amerika letzten Endes
nicht nur zum Erbe des Imperium Romanum, sondern auch des
spirituell-katholischen Roms gemacht hat und noch macht«20,
sodass, vereinfacht gesagt, »der amerikanische Präsident als
Oberhaupt der Kirche des Amerikanismus gelten kann«21.
Der Vergleich ist vorzüglich und kaum zu übertreffen, denn »dass
amerikanische Außenpolitik wie amerikanisches Selbstverständnis
generell in hohem Maß einen quasi-religiösen Impetus hat, dass sie
dem ›American Creed‹ verpflichtet ist, dass sie von einem
›politisch-demokratischen Missionsglauben‹ motiviert wird und dass
›eine Konvergenz zwischen religiösen Mythen und außenpolitischen
Zielen stattgefunden (hat), die sich als Sendungsbewusstsein
innerhalb eines manichäisch geprägten Weltbilds weltpolitisch
artikuliert‹, ist jedem Analytiker amerikanischer Außenpolitik heute
eine selbstverständliche Erkenntnis«22. »Manichäisch«
heißt: es gibt bessere und schlechtere Menschen und: hier sind die
Guten und dort die Bösen. Dieser Tendenz kann sich auch der
Katholizismus innerhalb der USA schon lange nicht mehr entziehen. Er
ist, wie in Rom durchaus sorgenvoll gesehen wird, »in Gefahr, sich
zu sehr zu ›(US-)amerikanisieren‹ und damit seine Seele an die
andere große universalistische Kraft, den Amerikanismus, zu
verlieren«23.
Auch die eigentlich gar nicht mit Religionspolitik befasste
unabhängige US-Bundesbehörde »Commission on Security and Cooperation
in Europe« veröffentlichte im Juni 1999 einen Anhörungsbericht, in
dem wiederum die Religionspolitik der französischen Regierung als
»Inquisition« mit dem gesamten Vokabular menschenrechtlicher
Empörung verurteilt wird. Die französische Regierung hat auf die
Erwirtschaftung kolossaler Gewinne durch Sektenunternehmen
hingewiesen, die zu Recht der Steuerpflicht zu unterwerfen seien.
Der parlamentarische Untersuchungsbericht in Frankreich 1999 »listet
180 angeblich religiöse Organisationen auf, die nach eingehender
Untersuchung als totalitär einzuschätzen seien, weil sie ihre
Anhänger mit psychologischem Terror bei der Stange halten. Gegen die
meisten dieser Organisationen liegen rechtskräftige Urteile vor …«24.
Doch dies alles ist in der US-Perspektive ein »Verbrechen gegen die
Religionsfreiheit«. Am 9. September 1999 veröffentlichte das US-Büro
für Internationale Religionsfreiheit einen neuen Jahresbericht, in
dem die europäischen Länder noch schärfer angegriffen werden denn je
zuvor. Wenig später, am 21. Oktober 1999, wird in einer
Pressekonferenz des Außenpolitik-Ausschusses unter dem Vorsitz des
Senators Ben Gilman von diesem die These erläutert, »Amerikaner
brechen ihre Verfassung, wenn sie sich nicht überall gegen die
Verfolgung von Minderheiten-Religionen erheben«25, und
Gilman meinte mit »überall«: weltweit, Europa zuerst. Gilmans
geübtes Echo, Senator Mike Enzi, ein Republikaner aus Wyoming
»fordert die Berliner Schröder-Regierung auf, ›endlich den
Pluralismus zu umarmen‹ und Druck auf die europäischen Nachbarn
auszuüben, ebenfalls toleranter gegenüber kleinen
Religionsgemeinschaften und deren Anhängern zu sein«26.
Auch der bisher letzte Bericht des US-Büros für Internationale
Religionsfreiheit vom 2. März 2001 »erhebt aber nach wie vor die
schärfsten Anschuldigungen«27gegen europäische
Regierungen: Eine umfängliche Hierarchie von Kommissionen der
US-Regierung ist inzwischen ausschließlich mit der Religionspolitik
als einem Schlüsselunternehmen der immer mehr fast militärisch
organisierten kulturellen Außenpolitik beschäftigt. Foucherau hat
jüngst in »Le Monde Diplomatique« das Exerzierfeld dieser
Organisationen, ihrer für die Lobbyarbeit erfolgten vollständigen
Verflechtung untereinander exemplarisch dargestellt - von
Scientology bis hin zum christlichen Fundamentalismus einträchtig in
den religionswirtschaftlichen Interessen vereint -, und auch einiges
Erhellende zu den personellen Verflechtungen notiert28.
Es geht immer um Geld, um viel Geld, und um die Expansion der 90%
aller Sekten in Europa betreffenden neuen US-Kulte, die durch
europäische Sektenskepsis behindert wird.
Hemmungslos wird der Kampf der US-Regierung für eine weltweite
Religionsfreiheit mit dem (früheren) Kampf gegen den Kommunismus
gleichgesetzt. Die Präsidentin des in allen Regierungsinstitutionen
und Religionskommissionen höchst einflussreichen ultrakonservativen
»Institute on Religion and Democracy« Diane L. Knippers: »Wir setzen
uns heute aus demselben Grund für die Religionsfreiheit ein wie
damals gegen den Kommunismus. Eine menschliche Gesellschaft kann
sich nicht entfalten, wenn sie in der Lüge lebt. Atheismus und
Kommunismus können nur Lügen hervorbringen. Spiritualität ist ein
Garant der Zivilisation, denn Spiritualität und Glauben bringen
ehrliche Menschen hervor. Ohne Ehrlichkeit kein Handel und ohne
Handel keine Zivilisation«29.
Im Huckepack der »Globalisierung« versuchen die amtlichen und
halbamtlichen Lobbygruppen und Regierungskommissionen die
US-amerikanische Sektenwelt zum profitablen Exportartikel zu machen.
»Die Globalisierung der Märkte und der amerikanischen Werte, so noch
einmal Diane Knippers und das ›Institute on Religion and Democracy‹,
sei den Vereinigten Staaten von der Bibel aufgetragen. Diese
mystisch-imperiale Weltsicht teilen sämtliche fundamentalistische
Gruppen in den USA; sie sind der ideologische Rahmen all jener
Kräfte, die sich zu Verfechtern der Religionsfreiheit berufen
fühlen«; Nina Shea, eine sehr repräsentative Stimme unter den
Funktionären der US-Religionspolitik, sagt ungeniert: »Unser
Hauptziel besteht in der weltweiten Durchsetzung der neuen liberalen
Ordnung«30. Kurz vor dem 11. September hat
US-Außenminister Colin Powell es so ausgedrückt: »Wir sind
Verkäufer. Wir verkaufen das freie Wirtschaftssystem, das
amerikanische Wertesystem; ein Produkt, für das eine große Nachfrage
und großen Bedarf gibt«31. Und wenn es diesen Bedarf
nicht gibt, wird, wenn möglich, durchaus auch skrupellos
nachgeholfen, wie 1953 in idealtypischer Weise beim Sturz des
iranischen Ministerpräsidenten Mossadegh oder - auf deutsche
Verhältnisse exemplarisch angewandt: bei der Eroberung auch der
deutschen Medien- und Kulturindustrie, wie sie gerade eben
umfänglichst bei Frances Stonor Saunders »Wer die Zeche zahlt. Der
CIA und die Kultur im Kalten Krieg«, 1999, deutsch bei Bertelsmann
Berlin 2001, als Infiltration jeder Nische des westlichen
Kulturbetriebs durch freiwillige und unfreiwillige Sympathisanten
der US-Kultur
mit allen Mitteln belegt ist.
Dass in Europa kulturpositive Grund-Einverständnisse eine objektive
Rechtsgestalt gewonnen haben mit genau beabsichtigten Folgen:
nämlich stets Maßstäbe und Grenzen für Fremdes, für Neues und gegen
Eingriffe Dritter, auch des Staates, zu setzen, wird in den USA kaum
zur Kenntnis genommen. Das US-amerikanische Selbstverständnis
begreift nicht die Disziplin einer spezifisch europäischen
»Freiheit«. Denn das europäische Christentum versteht Freiheit nicht
in der rudimentären Form der Freiheit des wirtschaftlich Starken und
Stärkeren, sondern als reflektierte rechtliche Regelung und
damit auch als einzig mögliche Sicherung von Freiheit, die, wie es
John Locke idealtypisch vorexerziert, der politischen Gewalt die
Religion als Mittel, Radikalität und Opferbereitschaft zweckrational
zu erzeugen, so weit wie möglich geradezu entziehen muss. Was in
Frankreich als bekanntes Diktum die triadische Grundbestimmung
»Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« skandiert, ließe sich als
deutscher Verfassungsextrakt nicht allzu weit entfernt als »Würde,
Freiheit, Gerechtigkeit« entsprechend setzen. In englischer
Umsetzung würde der Freiheitsbegriff sogar noch stärker integriert
erscheinen in der Trias etwa von »Gleichheit, Unparteilichkeit und
Verdienstgerechtigkeit«. Immer prägen in Europa die Rechtskultur
voll durchfärbende, das Soziale gleichwertig achtende positive
Ordnungsmuster die Rechtspolitik. Sie disziplinieren die
Freiheit des Einzelnen ohne sie aufzuheben, auch und gerade was den
Religionsbereich betrifft. Nie ist in Europa Freiheit nur
wirtschaftliche Freiheit, sondern Freiheit wird mit den anderen
menschlich wichtigen Dingen des gesellschaftlichen Lebens
zusammengebunden, die die Alltagsintuitionen zu Wert und Würde der
menschlichen Person auf im öffentlichen Leben über Jahrhunderte in
Europa tief verankerte rechtskulturelle Begriffe gebracht haben.
Vor diesem Hintergrund muss jede vollmundige »uneingeschränkte
Solidarität« mit den USA fraglich werden. Die Verantwortung, die
nicht nur Deutschland, sondern jede mehr oder weniger
christlich-europäische Regierung hat, liegt gewiss auch in
Solidarität mit den Opfern und im gemeinsamen Einsatz gegen
Terrorismus, aber sie liegt ebenso sehr darin, kritisch denkender
Partner zu bleiben und dem global entgrenzten
US-Wirtschaftsimperialismus religiöse Aufklärung zuzumuten und ihm
politische Grenzen aufzuzeigen - aus Vernunft und nicht zuletzt auch
genau aus Religion.
Anmerkungen:
1 Text des Vortrags beim Dekanatsmännersonntag
Erlöserkirche Ludwigshafen am Rhein am 21. Oktober 2001.
2 Jürgen Habermas: Glauben und Wissen. Die Rede des diesjährigen
Friedenspreisträgers des Börsenvereins des deutschen Buchhandels,
in: FAZ 15. Oktober 2001, S. 9.
3 John LeCarré: Dieser Krieg ist längst verloren, in: FAZ 17. Oktober
2001.
4 Dean Sherman: Spiritual Warfare for Every Christian, Ywam Publ. 1989
- ein US-Bestseller bis heute..
5 So und noch weiter variiert in unvorstellbarem Blödsinn von Thomas
Gross
»Satanische Verve« in der ZEIT vom
23. November 2000.
6 Hans Jürgen Ruppert: Satanismus, EZW-Texte Nr. 140, Berlin 1998, S.
1.
7 Ruppert aaO. S. 41.
8 Ruppert aaO. S. 4f.
9 A. Lyons: The second coming, New York 1970, S. 144.
10 Haack aaO. S. 39.
11 »›Deus est Homo‹ lautet die Urformel des Aleister Crowley und mit
ihm aller Thelemiten. Und das Wesentliche an diesem Gott-Menschen
ist der Wille. ›Thelema‹ heißt ›Wille‹, nicht einfache Begierde, die
etwa Gefühlen unterworfen ist …«, vgl. bei Friedrich Wilhelm Haack:
Anmerkungen zum Satanismus, 1991, S. 195.
12 D. R. McConnell: Ein anderes Evangelium? Eine historische und
biblische Analyse der modernen Glaubensbewegung, deutsch Hamburg
1990, S. 233ff.
13 William Martin: With God on our Side: The Rise of The Religious
Right in America, New York 1996, S. 34.
14 Vgl. bei Manfred Walther: Säkularisierung und politische Symbolik -
Zur Mentalitätsgeschichte der europäischen Entwicklung in
transatlantischer Perspektive, in: Werner Kremp und Berthold Meyer
(Hg.): Religion und Zivilreligion im atlantischen Bündnis, Trier
2001, S. 47-57, hier bes. S. 42f.
15 Chalmers Johnson: »Kein Rezept für den Frieden«. Der Politologe
Chalmers Johnson über die Widersprüche der amerikanischen Einsätze
in Afghanistan, in: Der SPIEGEL Nr. 42 vom 15.10.2001, S. 206.
16 Vgl. bei Bruno Fouchereau: Sektendiplomatie im Namen der Freiheit,
in: Le Monde diplomatique, Deutsche Ausgabe Mai 2001, S. 20:
»Schlüsselfiguren und konzertierte Aktionen«.
17 Fouchereau aaO. S. 1.
18 Fouchereau aaO. S. 20.
19 Fouchereau aaO.
20 Werner Kremp: Ist der Amerikanismus ein Katholizismus?, in: Stimmen
der Zeit 2000, 333-344, hier S. 333.
21 Kremp aaO. S. 338.
22 Kremp aaO. S. 339.
23 Kremp aaO. S. 342.
24 Fouchereau aaO.
25 Der Tagesspiegel Online 23. Oktober 1999.
26 Der Tagesspiegel aaO.
27 Fouchereau aaO.
28 Fouchereau aaO.
29 Die Präsidentin des einflussreichen ultrakonservativen »Institute
on Religion and Democracy« Diane L. Knippers in der Los Angeles
Times am 9. September 1999, bei Fouchereau S. 21.
30 Bei Fouchereau aaO.
31 Zitiert bei Katja Gelinsky: Verkäuferin, in: FAZ 18. Oktober 2001,
S. 16.
Pfarrer Dr. Richard Ziegert ist Beauftragter für
Weltanschauungsfragen der Protestantischen
Landeskirche der Pfalz.
Quelle:
Deutsches Pfarrerblatt |
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Februar 2002
aus dem
Deutschen Pfarrerblatt,
Heft 1/2002, S. 3-7
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