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Das Thema des Monats im Dezember 2001 Die Glosse zur Advents und Weihnachtszeit (im Internet gefunden von Johannes Taig ) |
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Montag, 7. Oktober: Schönster Altweibersommer. Noch einmal Menschen in T-Shirts und Sandalen in den Straßencafes und Biergärten. Bisher keine besonderen Vorkommnisse in der Innenstadt. Dann plötzlich um 10 Uhr 47 kommt der Befehl von Aldi-Geschäftsführer Erich B.: "Fünf Paletten Lebkuchen und Spekulatius in den Eingangsbereich!" Von nun an überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst reagiert SK-Geschäftsführer Martin O. Eher halbherzig mit einem erweiterten Kerzensortiment und Marzipankartoffeln an der Kasse. 15 Uhr 07: Edeka-Marktleiter Wilhelm T. hat die Mittagspause genutzt und operiert mit Lametta und Tannengrün in der Wurstauslage. 16 Uhr 02: Die Filialen von Penny und Ihrkauf bekommen Kenntnis von der Offensive, können aber aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht gegenhalten und fordern ein Weihnachtsstillstandsabkommen bis zum 10. Oktober. Die Gespräche bleiben ohne Ergebnis. Dienstag, 8. Oktober, 7.30 Uhr: Im Eingangsbereich von Karstadt bezieht überraschend ein Esel mit Rentierschlitten Stellung, während zwei Weihnachtsmänner vom studentischen Nikolausdienst vorbeihastende Schulkinder zu ihren Weihnachtswünschen verhören. Zeitgleich erstrahlt die Kaufhausfassade im gleißenden Schein von 260.000 Elektrokerzen. Die geschockte Konkurrenz kann zunächst nur ohnmächtig zuschauen, immerhin haben jetzt auch Spar, Co-op und SK den Ernst der Lage erkannt. Mittwoch, 9. Oktober, 9 Uhr: Edeka setzt Krippenfiguren ins Gemüse. 9 Uhr 12: SK kontert mit massivem Einsatz von Rauschgoldengeln im Tiefkühlregal. 12 Uhr: Neue Dienstanweisung bei Co-op: "An der Käsetheke wird mit sofortiger Wirkung ein frohes Fest gewünscht." Der Spar-Markt kündigt für den Nachmittag Vergeltungsmaßnahmen an. Donnerstag, 10. Oktober, 7 Uhr: Karstadt schaufelt Kunstschnee in die Schaufenster. 8 Uhr: In einer eilig einberufenen Krisenversammlung fordert der aufgebrachte Penny-Geschäftsführer Walter T. von seinen Mitarbeitern lautstark "Weihnachten bis zum Äußersten!" und verfügt den pausenlosen Einsatz der von der Konkurrenz gefürchteten CD "Weihnachten mit Mireille Matthieu" über Deckenlautsprecher. Der Nachmittag bleibt ansonsten ruhig. Freitag, 11. Oktober, 8 Uhr: Anwohner in der Ladenstrasse versuchen mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung, die nun auch vom Spar-Markt angedrohte Musikoffensive "Heiligabend mit den Flippers" zu stoppen. 9 Uhr 14: Ein Aldi-Sattelschlepper mit Pfeffernüssen rammt den Posaunenchor "Adveniat", der gerade vor Karstadt zum großen Weihnachtsoratorium ansetzen wollte. 9 Uhr 30: Aldi dementiert. Es habe sich bei der Ladung nicht um Pfeffernüssen, sondern um Christbaumkugeln gehandelt. Sonnabend, 12. Oktober: Die Fronten verhärten sich; die Strategien werden zunehmend aggressiver. 10 Uhr 37: Auf dem Polizeirevier meldet sich die Diabetikerin Anna K. und gibt zu Protokoll, sie sei soeben auf dem Co-op-Parkplatz zum Verzehr von Glühwein und Christstollen gezwungen worden. Die Beamten sind ratlos. 12 Uhr: Seit gut einer halben Stunde beschießen Karstadt, Edeka und Co-op die Fußgängerzone mit Schneekanonen. Das Ordnungsamt mahnt die Räum- und Streupflicht an. Umsonst. 14 Uhr 30: Weite Teile der Innenstadt sind unpassierbar. Eine Hubschrauberstaffel des Bundesgrenzschutzes beginnt mit der Bergung von Eingeschlossenen. Menschen wie Du und ich, die nur mal in der schönen Herbstsonne bummeln wollten. 14 Uhr 45: Das erste Kind das gerettet wurde, sagt in einem Interview von RTL: "Wissen die Menschen überhaupt, was zu Weihnachten die Hauptsache ist? Das Christuskind ist es, wissen die das eigentlich?" Verfasser unbekannt |
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