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Das Thema des Monats
im
April - Oktober
2006 Der Kirchenvorstand - Kirchenvorstandswahlen am 22. Oktober 2006 |
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Nachgefragt
- was kommt auf einen Kirchenvorsteher zu nach der Wahl?kb: Herr Brandt, Sie sind Kirchenvorsteher in der Kirchengemeinde Rehau. Seit wann? Manfred Brandt (M. B.): Ich bin seit 24 Jahren dabei, seit 1. Advent 1982. Und werde dieses Jahr aus Altergründen nach 24 Jahren ausscheiden. Ich bin der Älteste in dem Kreis. Wenn ich noch einmal kandidieren würde, wäre ich am Ende der Amtsperiode 78 Jahre. Jetzt sollen mal die Jungen ran. Die Zeiten haben sich geändert. Da ist eher die Jugend gefragt. Ob es immer richtig ist, weiß ich nicht. Aber wir haben eine gute Altersmischung im Kirchenvorstand (KV). kb: Haben Sie zusätzlich weitere Ämter oder Beauftragungen im KV übernommen? M. B.: Ich bin Mitglied der Dekanatssynode. Das sind maximal zwei Sitzungen im Jahr, zu denen ich als Delegierter erscheinen muss. kb: Sie sind noch als zweiter Vorsitzender des Diakonievereins tätig. Wurde Ihnen diese Tätigkeit übertragen, weil Sie im Kirchenvorstand sind? M. B.: Der damalige erste Pfarrer, Pfarrer Lorenz, suchte noch eine dritten Vorstand für den Diakonieverein. Im derzeitigen Vorstand des Diakonievereins sind vier Kirchenvorstandsmitglieder. Es bestand immer eine enge Verzahnung zwischen Kirchenvorstandschaft und Diakonieverein. Das ist sinnvoll. Ich bin seit 20 Jahren zweiter Vorsitzender des Diakonievereins Rehau und war dort für die Finanzen zuständig. Das brachte einen erheblichen Arbeitsaufwand mit sich. kb: Sind Sie zusätzlich in der Gemeinde tätig? M. B.: Ich lese Sonntagmorgens im Gottesdienst die Epistel und helfe beim Abendmahl aus, wenn Hilfe gebraucht wird. kb: Wie sieht Ihre Arbeit im KV aus? M. B.: Seit der letzten Periode habe ich mich
aus den Beauftragungen, wie Bauausschuss oder Kirchenausschuss, aus
gesundheitlichen Gründen zurückgezogen. Sonst trifft sich der
Kirchenvorstand in der Regel einmal im Monat. In Ausnahmenfällen
zweimal im Monat, wenn besondere Aufgaben anstehen. Der Zeitaufwand
ist überschaubar. Hauptaufgaben in Rehau waren vor allem der
Unterhalt der Gebäude. Viele Bautätigkeiten kamen auf uns zu. Zu
Beginn meiner Amtszeit wurde das Hirschbergheim durch einen Querbau
erweitert. Das Gemeindehaus wurde renoviert. Zwei Kindergärten
wurden gebaut, wobei der Löhe-Kindergarten inzwischen schon wieder
generalsaniert wurde. Der krönende Abschluss war der Bau der
Johanneskirche. Dieses Projekt hat viel Zeit in Anspruch genommen.
2001 wurde sie in Anwesenheit von Landesbischof Friedrich
eingeweiht. Die Bautätigkeiten werden auch den neuen Kirchenvorstand
weiter beschäftigen. Die Sanierung des ersten Pfarrhauses steht an. kb: Welche Anregungen haben Sie für die Zukunft für Ihre Nachfolger? M. B.: Wir haben es nicht geschafft, Jugendliche für die Kirche zu interessieren. Die meisten kommen erst wieder zur Silbernen Konfirmation in die Kirche oder durch ihre Kinder, die in den Kindergottesdienst kommen. Hier müssten wir die jüngere Generation auf die Kirche neugierig machen. Unsere Pfarrer haben immer neue Ideen für neue Angebote an die Gemeinde. So werden zum Beispiel musikalische Gottesdienste angeboten. Trotzdem sind überwiegend Ältere in den Gottesdiensten zu finden. Kaum Jugendliche. Ein anderer Punkt ist die neue Finanzsituation, die auf uns zukommt. Wir in Rehau werden nach den neuen Schlüsselzuweisungen weniger Geld erhalten. Die Gemeinde in Pilgramsreuth mehr. Es wird zu klären sein, wie und wo diese Mittel sinnvoll eingesetzt werden können. kb: Ziehen Sie eine kurze Bilanz: Was nehmen Sie aus der Arbeit im KV mit? Hat sich Ihre Arbeit im KV gelohnt? M. B.: Man ist zufrieden, dass man das Gemeindeleben mitgestalten konnte. Zu Beginn meiner Amtszeit stand die Einführung der neuen Gottesdienstordnung an. Da waren einige Sonntage nötig, um die Gottesdienstordnung so anzupassen, dass der Kirchenvorstand damit einverstanden war. 24 Jahre neigen sich dem Ende. Ich habe viel (mit-)gebaut und viel erlebt. Es war eine schöne Zeit und ich möchte sie nicht missen. Aber jetzt muss Schluss sein. Die Rahmenbedingungen ändern sich derzeit gewaltig. Das sollen nun die Jüngeren übernehmen. kb: Herr Brandt,
ich danke Ihnen für das Gespräch. |
Was ist ein
Kirchenvorstand?
Der Kirchenvorstand ist
das Leitungsgremium der Kirchengemeinde. Er wird von den
Gemeindemitgliedern gewählt.
Wer ist wahlberechtigt? Wählen dürfen alle
Gemeindemitglieder, die konfirmiert sind und das 14. Lebensjahr
vollendet haben. Die übrigen Jugendlichen müssen älter als 16 Jahre
sind.
Wer darf gewählt werden? Wählbar als Kirchenvorsteher und Kirchenvorsteherinnen sind wahlberechtigte Kirchengemeindeglieder, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben und nicht in der Kirchengemeinde haupt- oder nebenamtlich mitarbeiten. Der Wahlvorschlag wird vom Vertrauensausschuss Ihrer Kirchengemeinde erstellt. Er besteht aus Mitgliedern des Kirchenvorstands und Gemeindemitgliedern. Der Vertrauensausschuss ist unabhängig und leitet die Wahl. Vorschläge und Anregungen für geeignete Kandidaten und Kandidatinnen aus der Gemeinde sind dabei ausdrücklich erwünscht. Ihr zuständiges Pfarramt gibt Auskunft, an wen Sie sich wenden können.
Welche Aufgaben hat der Kirchenvorstand? Der Kirchenvorstand leitet und vertritt die Kirchengemeinde. Damit sind vielfältige Aufgaben verbunden. Er ist zuständig für:
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Pfarrer Dieter Hühnlein (D.H.): Ich bin
seit 1. Juli 1986 in Trogen. D. H.: Jeden Monat. Es gibt aber besondere Situationen, wie bei Bausachen. Da kommt man dann schon mal öfters zusammen. kb: Welche Aufgaben standen in der letzten Amtsperiode für den KV an? D. H.: Regelmäßige Aufgaben wie die Erstellung der
Haushaltsplanung, die Jahresschlussrechnung, die Festlegung des
Kirchgelds und der Modus des Einzugs. Ein
regelmäßiger Dauerbrenner sind die Personalfragen im Kindergarten.
Hier beschäftigen wir uns mit Mutterschaftsvertretung,
Neueinstellungen etc.. Bei kirchlichen Aufgabenfeldern wären noch die Freizeiten zu nennen. Wir haben eine ganze Reihe von Jahren Kirchenvorsteherfreizeiten zusammen mit der Gemeinde Geilsdorf (Anm. d. Red.: gehört zur Sächsischen Landeskirche) durchgeführt, die sehr ertragreich waren. Ein Blick auf die Arbeit einer anderen Gemeinde ist immer interessant. Die Gemeinde liegt ja im Grenzbezirk und hatte früher mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Und nicht zuletzt: Die Jugendarbeit war ein besonderer Schwerpunkt in der Arbeit des Kirchenvorstandes. Wir führen pro Jahr mehrere Mitarbeiterfreizeiten und natürlich die Konfirmanden- und Jugendfreizeit in den Pfingstferien durch. Das ist immer der Höhepunkt im Jahr. Dafür schlägt mein Herz. kb: Was erwarten Sie von Ihren Kirchenvorstehern? D. H.: Erstens sollen sie offen für den Glauben sein, noch besser Freude am Glauben haben, den man merkt und spürt. Mir ist sehr wichtig, dass der KV in Bezug auf Gemeindeaufbau merkt, dass es darum geht, dass man Menschen außerhalb der Kirche abholt, ihnen zeigt, dass das Wort Gottes aktuell ist und man sie für den Glauben gewinnen kann. Mir ist wichtig, dass die Kirchenvorsteher gute Kontakte zu den Vereinen haben. Einige der Kirchenvorsteher sitzen auch im Gemeinderat. Man muss immer versuchen, Brücken zu bauen, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Auf Gemeindeaufbauprojekte hat sich der Kirchenvorstand in meiner über 20-jährigen Dienstzeit immer wieder eingelassen. Mehrmals haben wir uns auf Kirchenvorsteherrüstzeiten Gedanken über die Gemeinde gemacht: wo stehen wir – wo wollen wir hin. Mir war auch immer wichtig, dass Männer und Frauen im Wahlvorschlag gleichmäßig vertreten sind. Ich will weibliche und männliche Fähigkeiten im Leitungsteam haben. Die Kirchenvorsteher sollen den Pfarrer korrigieren und beraten. Solidarität auf beiden Seiten ist wichtig. Wenn einer, Kirchenvorsteher oder Pfarrer, zu Unrecht angegriffen wird, sollten sich die anderen solidarisch verhalten. Mein Grundprinzip lautet: die Gemeinde ist der Leib Christi. Der Leib setzt sich aus ganz verschiedenen Organen zusammen. Jedes Organ hat sein Gewicht und seine Funktion. Fehlt ein Organ, kann der ganze Leib nicht leben. Deshalb finde ich, dass der Pfarrer der Verteidiger der Pluralität sein muss. Es ist mir wichtig, dass im KV alle Frömmigkeitsstile vertreten sind. Der Kirchenvorstand soll Repräsentant aller Gemeindemitglieder sein - dann werden seine Beschlüsse auch akzeptiert. kb: Herr Pfarrer Hühnlein,
ich danke Ihnen für das Gespräch. |
![]() Warum es sich lohnt, für die Gemeinde aufzukreuzen ...
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