| Die Pilgramsreuther
Kirche und die Kartoffel (Erpfl)
Direkt neben der Kirche befindet
sich ein Denkmal, das den Bauern Hans Rogler zeigt: "1647 wird
die Kartoffel in Pilgramsreuth in Oberfranken von dem Bauern Hans Rogler
erstmals in Deutschland feldmäßig angepflanzt, am Ende des 17. Jahrhunderts
(1694) sind - wie aus den Protokollen über Zehntstreitereien hervorgeht
- bereits auf mehr als fünfhundert Feldern Kartoffeln angebaut, die
einen Ertrag von dreizehnhundert Zentnern jährlich erbringen. Rogler
soll nach den Aussagen von Nachbarn die Kartoffel in Roßbach, einem
Ort im Grenzgebiet Sudetenland und Böhmen, bei einem Verwandtenbesuch
kennen gelernt und in seine Heimat mitgebracht haben; die Fama berichtet,
dass er sie dort sah, sie ihm gekocht vorgesetzt wurden und ihm die
neue Frucht schmeckte. Wieder zu Hause in Pilgramsreuth soll er sie
ins Erdreich seines Gartens gedrückt haben."
"Pfarrer Keppel weist auch daraufhin, dass um
1696 die Kartoffeln (in Pilgramsreuth "Ehrdepfl"
oder "Ehrpfl" genannt)
weder in Bayreuth, Kulmbach oder Hof angebaut werden; es würde dort
"eine andere Art, so man bey uns Erdbirn nennet,
gar ein wenigs in den Gärten gefunden". Der
Pfarrer stellt auch fest, dass sich durch den Verkauf der Kartoffeln
höhere Gewinne als beim Getreideverkauf erzielen lassen. Max Wirsing
weist daraufhin, dass Pfarrer Keppel während seines Wirkens in Pilgramsreuth
ein neues Schulhaus bauen ließ und das Schulwesen förderte. Darüber
hinaus ließ er die Dorfkirche zu einer der schönsten Kirchen von Deutschland
ausbauen, zu einem lutherischen Bauerndom. Da hätte man ihm doch den
Zehnten gönnen können." (Quelle:
Die "Roglerseite
des
Thüringer Kloßmuseums Heichelheim)
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