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1. Buch Mose (Genesis) Kapitel 42
37:1 Jakob ließ sich in
dem Land nieder, in dem sich sein Vater als Fremder aufgehalten hatte, in
Kanaan.
2 Das ist die Geschlechterfolge nach Jakob: Als Josef siebzehn Jahre
zählte, also noch jung war, weidete er mit seinen Brüdern, den Söhnen
Bilhas und Silpas, der Frauen seines Vaters, die Schafe und Ziegen. Josef
hinterbrachte ihrem Vater, was die Brüder Böses taten.
3 Israel liebte Josef unter allen seinen Söhnen am meisten, weil er ihm
noch in hohem Alter geboren worden war. Er ließ ihm einen Ärmelrock
machen.
4 Als seine Brüder sahen, daß ihr Vater ihn mehr liebte als alle seine
Brüder, haßten sie ihn und konnten mit ihm kein gutes Wort mehr reden.
5 Einst hatte Josef einen Traum. Als er ihn seinen Brüdern erzählte,
haßten sie ihn noch mehr.
6 Er sagte zu ihnen: Hört, was ich geträumt habe.
7 Wir banden Garben mitten auf dem Feld. Meine Garbe richtete sich auf und
blieb auch stehen. Eure Garben umringten sie und neigten sich tief vor
meiner Garbe.
8 Da sagten seine Brüder zu ihm: Willst du etwa König über uns werden oder
dich als Herr über uns aufspielen? Und sie haßten ihn noch mehr wegen
seiner Träume und seiner Worte.
9 Er hatte noch einen anderen Traum. Er erzählte ihn seinen Brüdern und
sagte: Ich träumte noch einmal: Die Sonne, der Mond und elf Sterne
verneigten sich tief vor mir.
10 Als er davon seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, schalt ihn sein
Vater und sagte zu ihm: Was soll das, was du da geträumt hast? Sollen wir
vielleicht, ich, deine Mutter und deine Brüder, kommen und uns vor dir zur
Erde niederwerfen?
11 Seine Brüder waren eifersüchtig auf ihn, sein Vater aber vergaß die
Sache nicht.
12 Als seine Brüder fortgezogen waren, um das Vieh ihres Vaters bei Sichem
zu weiden,
13 sagte Israel zu Josef: Deine Brüder weiden bei Sichem das Vieh. Geh,
ich will dich zu ihnen schicken. Er antwortete: Ich bin bereit.
14 Da sagte der Vater zu ihm: Geh doch hin und sieh, wie es deinen Brüdern
und dem Vieh geht, und berichte mir! (...)
17 (...) Da ging Josef seinen Brüdern nach und fand sie in Dotan.
18 Sie sahen ihn von weitem. Bevor er jedoch nahe an sie herangekommen
war, faßten sie den Plan, ihn umzubringen.
19 Sie sagten zueinander: Dort kommt ja dieser Träumer.
20 Jetzt aber auf, erschlagen wir ihn, und werfen wir ihn in eine der
Zisternen. Sagen wir, ein wildes Tier habe ihn gefressen. Dann werden wir
ja sehen, was aus seinen Träumen wird.
21 Ruben hörte das und wollte ihn aus ihrer Hand retten. Er sagte: Begehen
wir doch keinen Mord.
22 Und Ruben sagte zu ihnen: Vergießt kein Blut! Werft ihn in die Zisterne
da in der Steppe, aber legt nicht Hand an ihn! Er wollte ihn nämlich aus
ihrer Hand retten und zu seinem Vater zurückbringen.
23 Als Josef bei seinen Brüdern angekommen war, zogen sie ihm sein Gewand
aus, den Ärmelrock, den er anhatte,
24 packten ihn und warfen ihn in die Zisterne. Die Zisterne war leer; es
war kein Wasser darin.
25 Als sie dann beim Essen saßen und aufblickten, sahen sie, daß gerade
eine Karawane von Ismaelitern aus Gilead kam. Ihre Kamele waren mit
Tragakant, Mastix und Ladanum beladen. Sie waren unterwegs nach Ägypten.
26 Da schlug Juda seinen Brüdern vor: Was haben wir davon, wenn wir
unseren Bruder erschlagen und sein Blut zudecken?
27 Kommt, verkaufen wir ihn den Ismaelitern. Wir wollen aber nicht Hand an
ihn legen, denn er ist doch unser Bruder und unser Verwandter. Seine
Brüder waren einverstanden.
28 Midianitische Kaufleute kamen vorbei. Da zogen sie Josef aus der
Zisterne heraus und verkauften ihn für zwanzig Silberstücke an die
Ismaeliter. Diese brachten Josef nach Ägypten.
29 Als Ruben zur Zisterne zurückkam, war Josef nicht mehr dort. Er zerriß
seine Kleider,
30 wandte sich an seine Brüder und sagte: Der Kleine ist ja nicht mehr da.
Und ich, was soll ich jetzt anfangen?
31 Da nahmen sie Josefs Gewand, schlachteten einen Ziegenbock und tauchten
das Gewand in das Blut.
32 Dann schickten sie den Ärmelrock zu ihrem Vater und ließen ihm sagen:
Das haben wir gefunden. Sieh doch, ob das der Rock deines Sohnes ist oder
nicht.
33 Als er ihn angesehen hatte, sagte er: Der Rock meines Sohnes! Ein
wildes Tier hat ihn gefressen. Zerrissen, zerrissen ist Josef.
34 Jakob zerriß seine Kleider, legte Trauerkleider an und trauerte um
seinen Sohn viele Tage.
35 Alle seine Söhne und Töchter machten sich auf, um ihn zu trösten. Er
aber ließ sich nicht trösten und sagte: Ich will dauernd zu meinem Sohn in
die Unterwelt hinabsteigen. So beweinte ihn sein Vater.
36 Die Midianiter aber verkauften Josef nach Ägypten an Potifar, einen
Hofbeamten des Pharao, den Obersten der Leibwache.
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