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Predigt 2. Kor 13,11-13 Trinitatis 26.05.02 "Thema: Trinität – Einheit in der
Unterschiedenheit, |
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Liebe Leser, Trinitatis heißt unser heutiger Sonntag, und so soll auch von der Dreieinigkeit Gottes, der Trinität die Rede sein. Alle nun folgende Sonntage bis zum Reformationsfest tragen nun den Namen Trinitatis, also bezeichnet nach dem Dreieinigkeitsfest. Auch unsere Kirche trägt den Namen: Dreieinigkeitskirche und wir können die Symbole an der Altarwand immerfort vor Augen sehen. Und so wollen wir uns heute einmal eingehender mit der Dreieinigkeit Gottes beschäftigen. Übrigens: Diese Paulusstelle, unser heutiger Predigttext ist eine der wenigen in der Bibel, an der ausdrücklich von dem dreieinigen Gott die Rede ist. „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ „Ein trockener Stoff?“ fragen sie. Ich glaube nicht. Es gibt dabei einiges zu entdecken. Die Drei Zahl "Drei" ist so, wie viele andere Zahlen, eine interessante Zahl. Sie hat neben ihrem Zahlenwert einen tieferen, einen symbolischen Gehalt. Die Schüler denken womöglich gleich an die Noten und der Kaufmann an die 2,99 Euro. Der Mathematiker sieht in der Drei eine Primzahl. Es geht nicht um den Zahlenwert, sondern den symbolischen Aussagegehalt der Drei. Wir kennen ihn alle, den Spruch: "Alle guten Dinge sind .... " (fragen?) Und man fragt sich, warum eigentlich drei, warum nicht vier, oder zwei? Auch im Märchen begegnet einem immer wieder die Zahl Drei: "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" oder Goldmarie und Pechmarie müssen je drei Aufgaben erfüllen, bis sie bei Frau Holle sind. Der Wolf klopft dreimal an die Tür, bis ihm die Geislein öffnen. Es waren einmal drei Schwestern ... Das Volkslied singt von drei Rosen oder drei Lilien und ein Sprichwort sagt: "Fisch und Gäste stinken nach drei Tagen." Bei Fisch ist das noch einsichtig, aber bei Gästen? Wir könnten endlos weitere Beispiele finden: Hoch soll er leben, hoch singen wir und .... Die Dreizahl hatte schon immer eine tiefere, eine symbolische Bedeutung~ auch und gerade im Christentum: Wir erinnern uns! "Am dritten Tage ist Jesus auferstanden" und drei Frauen gingen am Ostermorgen an das Grab. Drei Tage war Paulus blind und Jona war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches. An die Krippe kamen die heiligen drei Könige. Beim Abendmahl singen wir das Trishagion, das "heilig, heilig, heilig..." und "Christe, du Lamm Gottes" wiederholen wir dreimal hintereinander. Und nicht zuletzt taufen wir unsere Kinder, indem wir dreimal ihren Kopf mit Wasser benetzen, auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.- vestigia trinitatis, Hegels: Triade von These, Antithese, Synthese ... Der Dreieinige Gott, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Es kommt nicht von ungefähr, dass dem so ist, denn sagten wir nicht am Anfang: "Alle guten Dinge sind ....“ Und doch. Ist die Trinität nur eine Konstruktion? Ausgedacht, damit die Zahl stimmt? Obwohl. Vielleicht ist es ja auch genau umgekehrt: Weil Gott der dreieinige Gott ist und schon immer der dreieinige war, darum hat diese Zahl besonderen Charakter. Ich möchte hier nicht in weitere Spekulationen verfallen. Aber eines ist sicher: Wenn wir in unseren christlichen Traditionen die Zahl drei besonders hervorheben, so soll sie immer in ganz besonderer Weise auf den dreieinigen Gott hinweisen. Nicht zuletzt segnen die meisten Pfarrer mit drei Fingern, als Hinweis auf den, der da die Gemeinde segnet. Ein Gott Ein tief greifendes Problem hat es jedoch schon von Anfang an mit der Trinität gegeben. "Ihr habt drei Götter!" könnte nun einer sagen. Und dieser eine wäre nicht alleine mit seiner Behauptung, er hätte den Islam und das Judentum hinter sich, um nur einige zu nennen. "Ihr habt drei Götter!" und man kommt selbst ins zögern. Man ist sich sicher, dass man nur an den einen Gott glaubt, den Herrn und Vater und doch sind es drei, die wir benennen. Doch es sind keine drei Götter. Es ist ein Gott; der eine Gott! Doch dieser Gott hat sich in der Schöpfung, in der Erlösung und in der Heiligung je unterschiedlich gezeigt und tut es noch heute. Unsere Kirchen haben einige Jahrhunderte gebraucht, um dieses Problem theologisch zu erfassen, weil es für uns so schwer vorstellbar ist, das Unterschiedene in dem Einen zu denken. Eines ist klar. Das Problem des dreieinigen Gottes hat sich ergeben, weil Gott uns nahe sein will und wollte, in der Geschichte. Wäre er ein Gott im Himmel geblieben, wüssten wir nichts von seiner erlösenden Liebe, wie sie sich uns in Christus offenbart. Darum ist Gott Mensch geworden. Er nahm an, Knechts Gestalt um uns zu zeigen, wie groß seine Liebe ist. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Darum ist er uns Mensch geworden und für uns gestorben, um uns zu zeigen, dass der Himmel offen ist. Somit sind es bereits zwei Weisen, in denen sich uns Gott zeigt: Als Gott, der Vater und Schöpfer aller Dinge und als Gott, der Sohn, unser Heiland und Erlöser, der uns den Weg zu Gott ebnet. Und wiederum ist es der Wille Gottes, uns nahe zu sein, das uns das dritte Problem stellt. Als Gott will er uns, seinen Geschöpfen, nahe sein und uns teilhaben lassen an seiner befreienden und heilenden Kraft. Darum kommt er als Heiliger Geist in seine Gemeinden, in seine Kirche und treibt sein Werk voran. Gott, als der Heilige Geist, der durch die Geschichte hindurch die Gemeinde Jesu Christi leitet, das ist die dritte Weise, in der sich Gott uns offenbart. Drei unterschiedliche Weisen (Hypostasen) in denen sich Gott uns zeigt und doch ist es der eine Gott, ein Wesen (ousia), der alles in allem ist. Der dreieinige Gott, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist bei allen Schwierigkeiten, sich das vorzustellen, ist es doch die Vollendung der Nähe Gottes zu uns Menschen. Trinitarische Einheit als Ziel christlicher Einheit Ab dem 17.Jahrhundert wurde es üblich, die Trinität Gottes mit einem Symbol auszudrücken, das sie alle kennen. Immer wieder begegnet es einem in Kirchen, an Kreuzen, auf Altären oder an Schlusssteinen. Die Reformationsgedächtniskirche in Nürnberg mit ihren drei Türmen orientiert sich ebenfalls an diesem gleichseitigen Dreieck) wie das beeindruckende Bauwerk von Georg Dientzenhofer, die "Kappel" bei Waldsassen, die im Grund und Aufriss aus dem gleichseitigen Dreieck entwickelt ist. Was drücken sie aus, diese Symbole? Und hier, denke ich, können wir uns noch eine Menge abschauen. Mir gefallen die Kreise noch besser: Es gibt kein oben und kein unten. Es gibt kein kleiner oder größer. Es gibt kein besser oder schlechter. Es gibt kein mehr oder weniger. In vollkommener Einheit, sind sie doch unterschieden. Ohne sich im anderen aufzulösen, sind sie den beiden anderen doch gleich nahe. Verliert man eines verliert, man alles. Die Fülle ist unterscheidbar und doch ist sie eins. Der Vater ist nicht der Sohn und der Sohn ist nicht der Geist und doch sind sie eins in ihrem Wollen und Tun. Hier löst sich keiner im anderen auf, und dennoch treten sie nicht in Konkurrenz zueinander oder fangen an sich zu bekämpfen, Gnade, Liebe und Gemeinschaft sind die Eigenschaften, die ihnen Paulus beigibt, gleichsam als Voraussetzungen, die die Einheit ermöglichen. So wird die Dreieinigkeit zum Urbild für die Gemeinschaft unter uns Christen, für die Gemeinschaft unserer Gemeinden, für die Gemeinschaft der Kirchen. Wir sind unterschiedlich. Doch trotz der Verschiedenheit sind wir eins im Glauben an den dreieinigen Gott. Wir haben unterschiedliche Talente und Fähigkeiten und wir bringen sie ein in die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche. Wir kommen aus verschiedenen Traditionen und Generationen und doch sollte unser Ziel sein in Gnade und Liebe miteinander Gemeinschaft zu halten als Zeichen und irdisches Abbild der Nachfolge. So kann uns die Trinität, der dreieinige Gott, Abdruck der vollendeten Nähe Gottes zu uns Menschen zum Zeichen und Ansporn werden für die Gemeinschaft untereinander. Nichts anderes meint Paulus, wenn er den zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth schließt mit den Worten unseres Predigttextes: "Zuletzt, liebe Brüder, freuet euch, lasset euch zurechtbringen, lasset euch mahnen, habt einerlei Sinn, seid friedsam! So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßet euch untereinander mit dem heiligen Kuss. Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!" |
Text:
13,11 Zuletzt, liebe Brüder, freut euch, lasst
euch zurecht bringen, lasst euch mahnen, habt einerlei Sinn, haltet
Frieden! So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. |
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