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Predigt 1. Timotheus 2/1-6 Rogate 13.05.07 "Zur
Erkenntnis der Wahrheit kommen" |
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Liebe Leser, 1. Wie halten Sie es mit dem Beten In seinem Buch: Beten – ein Training für Anfänger und Geübte zitiert Karl-Heinz Röhlin, der ehem. Regionalbischof von Nürnberg, gleich zu Anfang Phil Bosmans mit dem Wort: Ein Vogel ist ein Vogel, wenn er fliegt. Eine Blume ist eine Blume, wenn sie blüht. Ein Mensch ist ein Mensch, wenn er betet Ja. Wie halten Sie es denn mit dem Beten? Wenn wir nicht beten, vertrocknet unsere Seele. Wenn wir auf Jesus sehen, dann ist er ein einziges Gebet. An allen entscheidenden Stellen betet er. Und egal, wie er betet oder was er betet, entscheidend ist, dass er betet. Wie eine Nabelschnur, eine ständige Verbindung zu Gott ist dieses beten. Und es ist notwendig, weil so viele andere Dinge uns permanent umwerben und überfluten und locken und ablenken, dass das Eigentliche uns verloren geht, nämlich die Erkenntnis der Wahrheit. Ja. Wenn wir uns von Gott ansprechen und verwandeln lassen, dann kommen wir zur Erkenntnis der Wahrheit und die ist und bleibt eine tiefe Liebe zu allen Menschen, eine Liebe die Hass überwindet und Verletzungen heilt und alles Unterscheiden in „Wir die Guten“ und „Ihr die Bösen“ verliert sich, weil der Wahrhaftige dem Feind die Hand reicht und nicht mehr nach Vergeltung und Rache schreien muss. Ja. Dieses Beten ist wichtig, damit wir nicht ertrinken in all den Widerwärtigkeiten des Lebens und den Schrecken und Enttäuschungen und zerplatzten Hoffnungen, sondern gespeist werden von der Wahrheit der Erkenntnis, die in Gott ist. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 2. Verschiedene Arten von Gebet Aber wie kommen wir zu dieser Erkenntnis der Wahrheit? Gott kann man auf vielerlei Weise begegnen, aber am intensivsten in der Stille des Gebets, so wie Elia Gott ganz unterschiedlich wahrnimmt, doch im gewaltigen Sturm, der die Berge zerriss und auch nicht im Erdbeben oder im Feuer war Gott, sondern im „Flüstern eines leisen Wehens.“ Martin Buber übersetzt: In der sanften Stille des verschwebenden Schweigens. Das ist das Gebet im Gebet. Natürlich sollen wir bitten und fürbitten und danksagen - auch für die Politiker und gerade alle die, die Verantwortung tragen „für die Könige und für alle Obrigkeit“ und das nicht ganz uneigennützig, so wie Paulus das hier schreibt, sondern „damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.“ Aber gleichzeitig ist uns allen klar – und das war es auch Paulus, dass das ja nicht immer das Ziel sein kann, denn Glaube macht uns verantwortlich für die Welt. Gerade im Gebet. Denn im Gebet bekommen wir die Kraft zum Kampf in der Welt, weil wir für die gerechte Sache dann einstehen und eintreten – für Versöhnung, wo Gewalt herrscht und für Gerechtigkeit, wo die Witwe und die Waise bedrückt werden. Kampf und Kontemplation – so schreibt Frere Roger, Ora et Labora nennen es die Benediktiner und Bonhoeffer spricht von Widerstand und Ergebung – Widerstand gegen das Unrecht und Ergebung zu dem, der die Gerechtigkeit ist. Christus. Ja. Es gibt ganz verschiedene Arten zu beten, ob lobpreisend oder bittend .... Die Haltung ist die, die gerade die richtige ist, im Stehen, im Sitzen, im Knien, verbeugend, aufgerichtet, in die Ferne blickend oder ein Bild betrachtend. So reichhaltig können die Haltungen des Gebets sein, im Tanzen, im Sonnengebet, auf einem Berggipfel oder in der Tiefe eines Berges. Aber eines will es immer sein: Begegnung mit Gott. Kein Geplapper, sondern ein tiefes Gespräch. Selbst der große Komödiant Hape Kerkeling hat das erlebt, als er sich auf den Jakobsweg begibt und über den Strapazen des Laufens Tag für Tag ruhiger und eigentlicher wird. Ja. Beten bedarf einer langen Übung, weil es etwas mit Vertrauen und Hinwendung und Liebe zu tun hat. Etwas mit meinem tiefsten Inneren – mit mir, so wie Gott mich gewollt hat. Eben mit der Erkenntnis der Wahrheit. Ich lese eine Abschnitt aus seinem Buch: Ich bin dann mal weg von Hape Kerkeling: "Ich habe meine ganz persönliche Begegnung mit Gott erlebt. „Yo y Tu“ war die Überschrift meiner Wanderung und das klingt für mich auch wie ein Siegel der Verschwiegenheit. In der Tat, was dort passiert ist, betrifft nur mich und ihn. Aber an der Wand der Grundschule standen drei Worte: Ich und du. Die Verbindung zwischen ihm und mir ist nämlich etwas Eigenständiges. Um Gott zu begegnen, muss man vorher eine Einladung an ihn aussprechen, denn ungebeten kommt er nicht. Auch eine Form von gutem Benehmen. Wir haben die freie Wahl. Zu jedem baut er eine individuelle Beziehung auf. Dazu ist nur jemand fähig, der wirklich liebt. Ich werde hier von Tag zu Tag freier und das Hin und Her in meiner Gefühlswelt auf dem Camino ergibt plötzlich einen klaren Sinn. Durch alle Emotionsfrequenzen habe ich mich langsam auf eine Frequenz eingetunt und hatte einen großartigen Empfang. Totale gelassene Leere ist der Zustand, der ein Vakuum entstehen lässt; das Gott dann entspannt komplett ausfüllen kann. Also Achtung! Wer sich leer fühlt, hat eine einmalige Chance im Leben! Gestern hat etwas in mir einen riesigen Gong geschlagen. Und der Klang wird nachhallen. Früher oder später erschüttert dieser Weg jeden in seinen Grundfesten. Ich weiß, der Klang wird langsam leiser werden, aber wenn ich die Ohren spitze, werde ich diesen Nachhall noch sehr lange wahrnehmen können. Eigentlich ist mein Camino hier beendet, denn meine Frage ist eindeutig beantwortet. Ab jetzt kann der Weg mir eigentlich nur noch Freude bereiten." Nicht sprechen, sondern mit Gott in Berührung kommen. Seins-Vergewisserung. Tragenden Halt. Ruhe und Klarheit. Jesus hat aus dieser Stille gelebt, um klar und sicher seinen Weg zu gehen. Auszeiten – um wieder den rechten Verstand und den rechten Sinn zu bekommen. Abstand zu sich, sonst geht man oft unter und irre, an sich. Eine Zeit und einen Ort dafür findet sich immer und wenn nicht, dann müssen wir ihn uns schaffen. Wie viel Unnützes schleppen wir doch mit uns herum und meinen Rom an einem Tag erbauen zu müssen oder es gleich wieder aufzugeben. Uns fehlt wirklich die Ruhe und die Weisheit des Alters. Wo ist sie geblieben. „Ich suchte früher oft die Zeit zum Beten und zur Einsamkeit. Jetzt bet ich stets in meinem Sinn. Jetzt bet ich einsam, wo ich bin.“ schreibt Röhlin – Das ist der Weg. Und sie werden staunen, wie die Kraft zurück kommt und die Klarheit und der Mut, sich zu entscheiden. 3. Welchen Inhalt Und fragen wir nicht, was wir beten sollen. Wir reden so schon genug. Lasst uns viel mehr hören, was Gott uns sagt. Und ich höre: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen. Ja, für alle Menschen. So groß ist Gott. Für alle Menschen sollen wir beten. Und gehen wir sie ruhig durch, in Gedanken, wer das alles ist. Und fangen wir bei denen an, die wir lieben und hören wir nicht auf bei denen, die wir nicht ausstehen können, die uns das Leben schwer machen, unter denen wir leiden. „Für alle Menschen.“ Denn es geht um viel. Auch für uns. Haben wir es noch im Ohr: Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Wieder dieses große Wort: dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Das gilt auch uns. Wie oft haben wir nur gehandelt und nicht gehört und aus dem Gebet gehandelt. Widerstand und Ergebung / Ora et Labora / Kampf und Kontemplation. Lassen wir uns anstecken und hinein nehmen in den großen Frieden Gottes und uns verwandeln zur neuen Kreatur, bis wir sehen können und begreifen, was Paulus schreibt: Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung. Für alle zur Erlösung. Also auch für mich. Lasst es uns das schmecken und uns erbitten von ihm. Herr Jesus Christus – erbarme dich meiner.Ja. Manchmal müssen wir viel los lassen, sehr viel. Doch sein Wort gilt. Immer. Und zum Umkehren ist es nie zu spät, bis auch wir zur Erkenntnis seiner Wahrheit kommen. Herr Jesus Christus – erbarme dich meiner. |
Text:
(1)So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen
tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, |
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