Gelassen in die Zukunft sehen

Der Hofer Dekan Günter Saalfrank riet bei der Dekanatssynode dazu, Herausforderungen und Veränderungen gelassen anzugehen. Er hatte seinen Bericht vor dem Kirchenparlament unter das Thema gestellt „Erwarten wir getrost, was kommen mag“. So führe die Landesstellenplanung 2020 aufgrund der weniger werdenden Evangelischen in Bayern auch zu einem Rückgang von Stellen. Es gehe nun darum, inhaltliche Schwerpunkte zu setzen. Die neue Stellenplanung sei nicht „einfach ein Stellenverteilungssystem, sondern sie ist eingebunden in konzeptionelle Überlegungen“.

Saalfrank zufolge sind zur Zeit zehn Prozent der Pfarrstellen im Dekanat Hof unbesetzt. Durch den plötzlichen Tod von Pfarrer Johannes Taig, an den die Dekanatssynode im Gottesdienst und mit einer Gedenkminute gedachte,  wurde die 1. Pfarrstelle Hof-Hospitalkirche unerwartet frei. Seit Mitte letzten Jahres ist die Pfarrstelle Töpen vakant. Zudem sind die zweiten Pfarrstellen Hof - Christuskirche und Oberkotzau – beide 0,5 Stellen – unbesetzt.

Zu den Nachbardekanaten Münchberg und Naila hat sich – so der Hofer Dekan – ein intensiverer Kontakt ergeben. In diesem Jahr habe es bereits zusammen einen Kirchenvorstehertag gegeben, im Frühsommer folge eine gemeinsame Fortbildung der Dekanatsausschüsse. Vertieft haben sich nach den Worten Saalfranks auch die Beziehungen zum Partnerdekanat im Norden Malaysias. Eine junge Frau von dort beendet in wenigen Wochen ihr fast einjähriges Pflegepraktikum in Hof. Im Mai komme ein Nachfolger aus Malaysia zu einem weiteren Pflegepraktikum nach Hochfranken.

Wegen des Bevölkerungsrückgangs in der Region ist Saalfrank zufolge, im letzten Jahr die Zahl der Evangelischen im Dekanat gesunken. Ende 2018 gehörten den 26 Kirchengemeinden 42.562 Frauen, Männer und Kinder an. Ein Jahr zuvor seien es 43.460 gewesen. 271 Personen hätten 2018 die Kirche verlassen (2017: 235), 23 in die Kirche eingetreten (2017: 30).  Der Dekan rief dazu auf, dankbar zu sein „für diejenigen, die zu den Kirchengemeinden gehören, sich in ihnen engagieren und weiter mit ihnen verbunden sind“.

Konkret nannte der Dekan die iranischen Flüchtlinge, die sich insbesondere in Hof und Rehau haben taufen lassen. Sie besuchten regelmäßig den Gottesdienst und seien eine Bereicherung für die Kirchengemeinden. Oft unterstellten staatliche Behörden, dass sich die Flüchtlinge aus „asyltaktischen Gründen“ haben taufen lassen. Deshalb sollten sie wieder zurück in ihr Heimatland Iran gebracht werden. Das stieß auf deutlichen Widerspruch Saalfranks: „Es ist nicht nachvollziehbar, wenn in einem Land, in dem Kreuze in staatlichen Einrichtungen aufzuhängen sind, getaufte Christen in ein Land abgeschoben werden sollen, in dem sie wegen ihres Glaubens um Leib und Leben fürchten müssen.“  Deutsche Behörden müssten sich deshalb des Themas „getaufte Flüchtlinge“ noch einmal genauer annehmen und befriedigende Bleibemöglichkeiten für die Betroffenen finden.