Drohende Abschiebung: Kirchenvorstand schreibt Söder

Hof. Wegen der drohenden Abschiebung eines Kirchenvorstehers hat sich der Kirchenvorstand der Hofer Michaeliskirche-Gemeinde mit einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder gewandt. „Großes Unverständnis und starke Betroffenheit hat bei uns die Nachricht ausgelöst, dass unser Kirchenvorstands-Mitglied Naser R. nach Afghanistan abgeschoben werden soll“, heißt es in dem Schreiben. Naser R., der Ende Oktober 2016 in der Gemeinde getauft wurde, bringe sich seitdem ehrenamtlich in der Gemeinde ein. Seit Ende 2018 gehöre er dem erweiterten Kirchenvorstand an. Naser sei „sehr gut integriert, steht kurz vor einer Ausbildung und ist ein unbescholtener Mensch“.

 

Die Kirchenvorsteher betonten, dass Naser R. den christlichen Glauben lebe und Anderen vom dreieinigen Gott erzählt. Nun solle er in ein Land abgeschoben werden, in dem er als Christ um Leib und Leben fürchten muss. Afghanistan gehöre zu den Staaten auf der Welt, in denen Christen am stärksten bedrängt und verfolgt würden: „Auf Konversion steht in dem Land die Todesstrafe.“

 

Die Mitglieder des Kirchenvorstands setzen sich für eine Bleibeperspektive von Naser R. in Deutschland ein. „Gerade Menschen, die zum christlichen Glauben konvertiert sind, dürfen nicht in ein Land abgeschoben werden, in dem es keine Religionsfreiheit gibt und in dem ihr Leben in tödlicher Gefahr ist“, heißt es in dem offenen Brief an den Ministerpräsidenten.

 

Stieß auf ein starkes Medieninteresse: Das Pressegespräch über die drohende Abschiebung eines Hofer Kirchenvorstehers nach Afghanistan. Der Bayerische Rundfunk war mit Korrespondenten für Hörfunk und Fernsehen anwesend.