Briefwahl als Erfolgsrezept

Hof. Die Briefwahl als Erfolgsrezept: Im evangelischen Dekanat Hof haben deutlich mehr Protestanten bei der Kirchenvorstandswahl am vergangenen Sonntag ihre Stimme abgegeben als vor sechs Jahren. Die Wahlbeteiligung stieg um 8,5 Prozent von 20,8 auf 29,3 Prozent.  Den stärksten Zuwachs gab es in Döhlau. Dort nahmen 21,4 Prozent mehr Evangelische an der Wahl für das Leitungsgremium der Kirchengemeinde teil als beim letzten kirchlichen Urnengang im Jahr 2012. 

Neu war bei der Kirchenvorstandswahl unter dem Motto „Ich glaub. Ich wähl“, dass den Gemeindemitgliedern die Briefwahlunterlagen automatisch zugeschickt wurden. „Dieses vereinfachte Verfahren und die Medienoffensive mit Zeitungsanzeigen, Großflächenplakaten sowie einem von jungen Leuten eigens gedrehten Werbevideo haben dazu geführt, dass fast um die Hälfte mehr Menschen ihr Kreuz machten“, freut sich Dekan Günter Saalfrank.

Zwischen 15,6 Prozent (in der Hofer St. Lorenzkirche) und 71,9 Prozent (in der Kirchengemeinde Isaar) liegt die Wahlbeteiligung im Dekanat Hof. Insgesamt 168 Personen wurden in den 26 Gemeinden gewählt: Männer und Frauen halten sich dabei die Waage. Rund 68 Prozent von ihnen haben bisher schon in den Leitungsgremien der Kirchengemeinden mitgearbeitet. Rund 32 Prozent übernehmen neu Verantwortung. Jüngstes Mitglied ist der 18-jährige Andreas Scharf aus Haidt. Der Erzieher in Ausbildung gehört zukünftig dem Kirchenvorstand Hof-St. Michaelis an. Älteste Kirchenvorsteherin ist mit 78 Jahren die frühere Geschäftsfrau Ingeburg Buchta, die in den Kirchenvorstand Hof-Lorenz wiedergewählt wurde. 

Die Namen der neuen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher werden am kommenden Sonntag jeweils im Gottesdienst bekannt gegeben. Neben den nun Gewählten werden – je nach Größe der Kirchengemeinde – noch weitere Personen berufen. Danach sind die einzelnen Kirchenvorstände komplett. Am 1. Advent, den 2. Dezember 2018 findet die Einführung der gewählten und berufenen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher im Gottesdienst statt. Sie tragen in den nächsten sechs Jahren Verantwortung für die inhaltlichen Schwerpunkte in den Gemeinden, beschließen den Haushalt und entscheiden über neue Mitarbeitende. 

Zu der Wahlbeteiligung in der Stadt Hof im Einzelnen: Auferstehungskirche 21,4 % (2012:15,4 %), Christuskirche 20,9 % (15,1 %), Dreieinigkeitskirche 28,1 % (20,7 %), Hospitalkirche 22,0 % (12,4 %), St. Johannes 21,0 % (15,0 %), Kreuzkirche 17,1 % (11,7 %), St. Lorenz 15,6 % (18,6 %), Lutherkirche 21,9 % (15,2 %) und St. Michaelis 25,5 % (14,8 %). 

In den Landgemeinden sah die Beteiligung wie folgt aus: Berg 40,4 % (26,4 %), Döhlau 43,6 % (22,2 %), Gattendorf 43,5 % (32,4 %), Isaar 71,9 % (72,1 %), Joditz 58,4 % (46,0 %), Kautendorf 52,2 % (33,0 %), Köditz 39,8 % (36,5 %), Konradsreuth 39,8 % (29,3 %), Leupoldsgrün 44,0 % (31,0 %), Münchenreuth 60,4 % (59,6 %), Oberkotzau 29,3 % (20,7 %), Pilgramsreuth 48,3 % (44,5 %), Regnitzlosau 47,5 % (27,3 %), Rehau 30,8 % (20,3 %), Tauperlitz 30,9 % (22,8 %), Töpen 52,7 % (38,3 %) und Trogen 44,9 % (30,2 %).