Beschäftigung als „praktizierte Nächstenliebe“

„Auffangen und Mut machen“ heißt es bei der diesjährigen Kampagne „1+1“. Kirche und Diakonie werben um Spenden für geförderte Arbeitsplätze. Jeder Euro wird von der ev. Landeskirche verdoppelt. Das Bild zeigt Gäste und Vertreter von Kirche und Diakonie Hochfranken bei der Eröffnung der Kampagne im Quartiersmöbelladen Hof.Hof. Die Aktion „1+1 – mit Arbeitslosen teilen“ wurde in Hof eröffnet. Der Startschuss fiel im Quartiers-Möbelladen der Diakonie Hochfranken. 1+1 ist eine Initiative der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. Mit der Spendenaktion wird Langzeitarbeitslosen, Menschen mit Handicap und jungen Leuten ohne Ausbildung eine berufliche Perspektive gegeben. Die Kampagne steht dieses Jahr unter dem Motto „Auffangen und Mut machen“. Jede Spende wird durch
die  Landeskirche verdoppelt, daher der Name 1+1.Manuela Bierbaum, Geschäftsführerin der Diakonie Hochfranken, begrüßte die Gäste und stellte den Quartiers-Möbelladen vor. Dort werden Möbel-Spenden angenommen, aufbereitet und zu einem günstigen Preis abgegeben. Die Arbeit wird von Langzeitarbeitslosen gestemmt. In enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und weiteren Partnern vor Ort werden hiermit Beschäftigungsperspektiven geboten. Mit dem geringen Verkaufserlös wird ein Teil der Sach- und Personalkosten beglichen. „Was wir hier tun, ist ein Herzstück unseres Glaubens: Dass Menschen arbeiten, um sich ernähren zu können. Die Bibel sagt, arbeiten zu dürfen gehört zum Menschsein dazu“, sagte Pfr. Dr. Johannes Rehm, Leiter des kda Bayern,  bei der Kampagnen-Eröffnung im Quartiers-Möbelladen der Diakonie Hochfranken. Er freute sich, wie sich hier Organisationen, Gruppen und auch einzelne als Spender engagieren, beispielsweise anlässlich von Feiern um  Spenden  für 1+1 bitten. 

Dorothea Kroll-Günzel, Geschäftsführerin der Aktion 1+1, beschrieb die Aktion als ein ganz großes Netzwerk. Es sorge dafür, dass aus Geldspenden Arbeit werde. „Hof steht heute für 80 bis 100 Projekte in ganz Bayern.“ Dekan Günter Saalfrank betonte: „So erfreulich es ist, wenn die Arbeitslosenquote sinkt – so sehr dürfen die Menschen nicht übersehen werden, die seit Längerem ohne Job sind. Vielmehr braucht es gezielte Angebote für sie, um aus dem gesellschaftlichen Abseits oder aus der Schuldenfalle herauszukommen“. Beschäftigung- sprojekte seien aus seiner Sicht praktizierte Nächstenliebe.

Nach der offiziellen Kampagnen-Eröffnung in Form eines Gottesdienstes nutzen viele Gäste noch die Möglichkeit, sich im Beschäftigungsprojekt Quartiers-Möbelladen umzusehen. Die Beschäftigten gaben gerne Auskünfte und führten die Besucher durch die Räume in der Liebigstraße.