Auf Entdeckungsreise in Rumänien

Hof/Sibiu. Darüber staunten die Besucher aus Hof und Umgebung bei ihrer Reise nicht schlecht: In Rumänien sind seit der Wende zahlreiche neue Kirchen und Klöster entstanden.
Anders als in Mittel- oder Westeuropa gibt es in dem osteuropäischen Land manchen Orts im Bau befindliche Sakralgebäude.

Neun Tage war die Gruppe aus dem evangelischen Dekanat Hof in Rumänien unterwegs – mit Schwerpunkt Siebenbürgen im Westen und Moldauklöster im Nordosten. Als UNESCO-Weltkulturerbe gehören Kirchen zu besonders schützenswerten Kulturgüter: In Siebenbürgen die Kirchenburgen, die das Gesicht der Landschaft prägen. Im Nordwesten sind es die an den Außenwänden kunstvoll mit biblischen Szenen und prägenden Personen des Christentums angemalten Klosterkirchen.

Die Besucher aus Hochfranken interessierten sich nicht nur für kulturellen Besonderheiten des Landes. Auch Begegnungen standen auf dem Programm der Studienreise. In Sibiu (Herrmannstadt) traf die Gruppe Bischof  Reinhard Guib von der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses. Er informierte darüber, dass seine Kirche Anfang der neunziger Jahre eine massenhafte Auswanderung erlebt habe: Von über 100.000 Mitgliedern hätten mehr als 80.000 das Land verlassen. Deshalb versuchten sich die deutschstämmigen Gemeinden neu auszurichten – als Kirche für Andere und mit Anderen.

Erstaunt waren die Gäste aus dem Norden Bayerns vom Umgang mit Minderheiten in dem osteuropäischen Land: Deutschstämmige, Ungarn und 17 andere Volksgruppen würden nicht ausgegrenzt, sondern gezielt unterstützt. So unterhalte der rumänische Staat zahlreiche deutschsprachige Schulen. Für die 37-köpfige Gruppe unter Leitung von Dekan Günter Saalfrank war die Studienfahrt in mehrfacher Hinsicht eine Entdeckungsreise. Oder wie es ein Reiseteilnehmer auf den Punkt brachte: Reisen bildet.